Blumfeld, ein älterer Junggeselle, Franz Kafka

April 1st, 2007
Blumfeld, ein älterer Junggeselle, stieg eines abends zu seiner Wohnung hinauf, was eine mühselige Arbeit war, denn er wohnte im sechsten Stock. Während des Hinaufsteigens dachte er, wie öfters in der letzten Zeit, daran, daß dieses vollständig einsame Leben recht lästig sei, daß er jetzt diese sechs Stockwerke förmlich im Geheimen hinaufsteigen müsse, um oben in seinen leeren Zimmern anzukommen, dort wieder förmlich im Geheimen den Schlafrock anzuziehn, die Pfeife anzustecken, in der französischen Zeitschrift, die er schon seit Jahren abonniert hatte, ein wenig zu lesen, dazu an einem von ihm selbst bereiteten Kirschenschnaps zu nippen und schließlich nach einer halben Stunde zu Bett zu gehn, nicht ohne vorher das Bettzeug vollständig umordnen zu müssen, das die jeder Belehrung unzugängliche Bedienerin immer nach ihrer Laune hinwarf. Irgendein Begleiter, irgendein Zuschauer für diese Tätigkeiten wäre Blumfeld sehr willkommen gewesen. Er hatte schon überlegt, ob er sich nicht einen kleinen Hund anschaffen solle. Ein solches Tier ist lustig und vor allem dankbar und treu; ein Kollege von Blumfeld hat einen solchen Hund, er schließt sich niemandem an, außer seinem Herrn, und hat er ihn ein paar Augenblicke nicht gesehn, empfängt er ihn gleich mit großem Bellen, womit er offenbar seine Freude darüber ausdrücken will, seinen Herrn, diesen außerordentlichen Wohltäter wieder gefunden zu haben. Allerdings hat ein Hund auch Nachteile. Selbst wenn er noch so reinlich gehalten wird, verunreinigt er das Zimmer. Das ist gar nicht zu vermeiden, man kann ihn nicht jedesmal, ehe man ihn ins Zimmer hineinnimmt, in heißem Wasser baden, auch würde das seine Gesundheit nicht vertragen. Unreinlichkeit in seinem Zimmer aber verträgt wieder Blumfeld nicht, die Reinheit seines Zimmers ist ihm etwas Unentbehrliches, mehrmals in der Woche hat er mit der in diesem Punkte leider nicht sehr peinlichen Bedienerin Streit. Da sie schwerhörig ist, zieht er sie gewöhnlich am Arm zu jenen Stellen des Zimmers, wo er an der Reinlichkeit etwas auszusetzen hat. Durch diese Strenge hat er es erreicht, daß die Ordnung im Zimmer annähernd seinen Wünschen entspricht. Mit der Einführung eines Hundes würde er aber geradezu den bisher so sorgfältig abgewehrten Schmutz freiwillig in sein Zimmer leiten. Flöhe, die ständigen Begleiter der Hunde, würden sich einstellen. Waren aber einmal Flöhe da, dann war auch der Augenblick nicht mehr fern, an dem Blumfeld sein behagliches Zimmer dem Hund überlassen und ein anderes Zimmer suchen würde. Unreinlichkeit war aber nur ein Nachteil der Hunde. Hunde werden auch krank und Hundekrankheiten versteht doch eigentlich niemand. Dann hockt dieses Tier in einem Winkel oder hinkt herum, winselt, hüstelt, würgt an irgendeinem Schmerz, man umwickelt es mit einer Decke, pfeift ihm etwas vor, schiebt ihm Milch hin, kurz, pflegt es in der Hoffnung, daß es sich, wie es ja auch möglich ist, um ein vorübergehendes Leiden handelt, indessen aber kann es eine ernsthafte, widerliche und ansteckende Krankheit sein. Und selbst wenn der Hund gesund bleibt, so wird er doch später einmal alt, man hat sich nicht entschließen können, das treue Tier rechtzeitig wegzugeben, und es kommt dann die Zeit, wo einen das eigene Alter aus den tränenden Hundeaugen anschaut. Dann muß man sich aber mit dem halbblinden, lungenschwachen, vor Fett fast unbeweglichen Tier quälen und damit die Freuden, die der Hund früher gemacht hat, teuer bezahlen. So gern Blumfeld einen Hund jetzt hätte, so will er doch lieber noch dreißig Jahre allein die Treppe hinaufsteigen, statt später von einem solchen alten Hund belästigt zu werden, der, noch lauter seufzend als er selbst, sich neben ihm von Stufe zu Stufe hinaufschleppt.

So wird also Blumfeld doch allein bleiben, er hat nicht etwa die Gelüste einer alten Jungfer, die irgendein untergeordnetes lebendiges Wesen in ihrer Nähe haben will, das sie beschützen darf, mit dem sie zärtlich sein kann, welches sie immerfort bedienen will, so daß ihr also zu diesem Zweck eine Katze, ein Kanarienvogel oder selbst Goldfische genügen. Und kann es das nicht sein, so ist sie sogar mit Blumen vor dem Fenster zufrieden. Blumfeld dagegen will nur einen Begleiter haben, ein Tier, um das er sich nicht viel kümmern muß, dem ein gelegentlicher Fußtritt nicht schadet, das im Notfall auch auf der Gasse übernachten kann, das aber, wenn es Blumfeld danach verlangt, gleich mit Bellen, Springen, Händelecken zur Verfügung steht. Etwas derartiges will Blumfeld, da er es aber, wie er einsieht, ohne allzugroße Nachteile nicht haben kann, so verzichtet er darauf, kommt aber seiner gründlichen Natur entsprechend von Zeit zu Zeit, zum Beispiel an diesem Abend, wieder auf die gleichen Gedanken zurück.

Als er oben vor seiner Zimmertür den Schlüssel aus der Tasche holt, fällt ihm ein Geräusch auf, das aus seinem Zimmer kommt. Ein eigentümliches klapperndes Geräusch, sehr lebhaft aber, sehr regelmäßig. Da Blumfeld gerade an Hunde gedacht hat, erinnert es ihn an das Geräusch, das Pfoten hervorbringen, wenn sie abwechselnd auf den Boden schlagen. Aber Pfoten klappern nicht, es sind nicht Pfoten. Er schließt eilig die Tür auf und dreht das elektrische Licht auf. Auf diesen Anblick war er nicht vorbereitet. Das ist ja Zauberei, zwei kleine, weiße blaugestreifte Zelluloidbälle springen auf dem Parkett nebeneinander auf und ab, schlägt der eine auf den Boden, ist der andere in der Höhe, und unermüdlich führen sie ihr Spiel aus. Einmal im Gymnasium hat Blumfeld bei einem bekannten elektrischen Experiment kleine Kügelchen ähnlich springen sehn, diese aber sind verhältnismäßig große Bälle, springen im freien Zimmer und es wird kein elektrisches Experiment angestellt. Blumfeld bückt sich zu ihnen hinab, um sie genauer anzusehen. Es sind ohne Zweifel gewöhnliche Bälle, sie enthalten wahrscheinlich in ihrem Innern noch einige kleinere Bälle und diese erzeugen das klappernde Geräusch. Blumfeld greift in die Luft, um festzustellen, ob sie nicht etwa an irgendwelchen Fäden hängen, nein, sie bewegen sich ganz selbständig. Schade, daß Blumfeld nicht ein kleines Kind ist, zwei solche Bälle wären für ihn eine freudige Überraschung gewesen, während jetzt das Ganze einen mehr unangenehmen Eindruck auf ihn macht. Es ist doch nicht ganz wertlos, als ein unbeachteter Junggeselle nur im Geheimen zu leben, jetzt hat irgend jemand, gleichgültig wer, dieses Geheimnis gelüftet und ihm diese zwei komischen Bälle hereingeschickt.

Er will einen fassen, aber sie weichen vor ihm zurück und locken ihn im Zimmer hinter sich her. Es ist doch zu dumm, denkt er, so hinter den Bällen herzulaufen, bleibt stehen und sieht ihnen nach, wie sie, da die Verfolgung aufgegeben scheint, auch auf der gleichen Stelle bleiben. Ich werde sie aber doch zu fangen suchen, denkt er dann wieder und eilt zu ihnen. Sofort flüchten sie sich, aber Blumfeld drängt sie mit auseinandergestellten Beinen in eine Zimmerecke, und vor dem Koffer, der dort steht, gelingt es ihm, einen Ball zu fangen. Es ist ein kühler, kleiner Ball und dreht sich in seiner Hand, offenbar begierig zu entschlüpfen. Und auch der andere Ball, als sehe er die Not seines Kameraden, springt höher als früher, und dehnt die Sprünge, bis er Blumfelds Hand berührt. Er schlägt gegen die Hand, schlägt in immer schnelleren Sprüngen, ändert die Angriffspunkte, springt dann, da er gegen die Hand, die den Ball ganz umschließt, nichts ausrichten kann, noch höher und will wahrscheinlich Blumfelds Gesicht erreichen. Blumfeld könnte auch diesen Ball fangen und beide irgendwo einsperren, aber es scheint ihm im Augenblick zu entwürdigend, solche Maßnahmen gegen zwei kleine Bälle zu ergreifen. Es ist doch auch ein Spaß, zwei solche Bälle zu besitzen, auch werden sie bald genug müde werden, unter einen Schrank rollen und Ruhe geben. Trotz dieser Überlegung schleudert aber Blumfeld in einer Art Zorn den Ball zu Boden, es ist ein Wunder, daß hiebei die schwache, fast durchsichtige Zelluloidhülle nicht zerbricht. Ohne Übergang nehmen die zwei Bälle ihre frühern niedrigen, gegenseitig abgestimmten Sprünge wieder auf.

Blumfeld entkleidet sich ruhig, ordnet die Kleider im Kasten, er pflegt immer genau nachzusehn, ob die Bedienerin alles in Ordnung zurückgelassen hat. Ein- oder zweimal schaut er über die Schulter weg nach den Bällen, die unverfolgt jetzt sogar ihn zu verfolgen scheinen, sie sind ihm nachgerückt und springen nun knapp hinter ihm. Blumfeld zieht den Schlafrock an und will zu der gegenüberliegenden Wand, um eine der Pfeifen zu holen, die dort in einem Gestell hängen. Unwillkürlich schlägt er, ehe er sich umdreht, mit einem Fuß nach hinten aus, die Bälle aber verstehen es auszuweichen und werden nicht getroffen. Als er nun um die Pfeife geht, schließen sich ihm die Bälle gleich an, er schlurft mit den Pantoffeln, macht unregelmäßige Schritte, aber doch folgt jedem Auftreten fast ohne Pause ein Aufschlag der Bälle, sie halten mit ihm Schritt. Blumfeld dreht sich unerwartet um, um zu sehn, wie die Bälle das zustande bringen. Aber kaum hat er sich umgedreht, beschreiben die Bälle einen Halbkreis und sind schon wieder hinter ihm und das wiederholt sich, sooft er sich umdreht. Wie untergeordnete Begleiter, suchen sie es zu vermeiden, vor Blumfeld sich aufzuhalten. Bis jetzt haben sie es scheinbar nur gewagt, um sich ihm vorzustellen, jetzt aber haben sie bereits ihren Dienst angetreten.

Bisher hat Blumfeld immer in allen Ausnahmsfällen, wo seine Kraft nicht hinreichte, um die Lage zu beherrschen, das Aushilfsmittel gewählt, so zu tun, als bemerke er nichts. Es hat oft geholfen und meistens die Lage wenigstens verbessert. Er verhält sich also auch jetzt so, steht vor dem Pfeifengestell, wählt mit aufgestülpten Lippen eine Pfeife, stopft sie besonders gründlich aus dem bereitgestellten Tabaksbeutel und läßt unbekümmert hinter sich die Bälle ihre Sprünge machen. Nur zum Tisch zu gehn zögert er, den Gleichtakt der Sprünge und seiner eigenen Schritte zu hören, schmerzt ihn fast. So steht er, stopft die Pfeife unnötig lange und prüft die Entfernung, die ihn vom Tische trennt. Endlich aber überwindet er seine Schwäche und legt die Strecke unter solchem Fußstampfen zurück, daß er die Bälle gar nicht hört. Als er sitzt, springen sie allerdings hinter seinem Sessel wieder vernehmlich wie früher.

Über dem Tisch ist in Griffnähe an der Wand ein Brett angebracht, auf dem die Flasche mit dem Kirschenschnaps von kleinen Gläschen umgeben steht. Neben ihr liegt ein Stoß von Heften der französischen Zeitschrift. (Gerade heute ist ein neues Heft gekommen und Blumfeld holt es herunter. Den Schnaps vergißt er ganz, er hat selbst das Gefühl, als ob er heute nur aus Trost an seinen gewöhnlichen Beschäftigungen sich nicht hindern ließe, auch ein wirkliches Bedürfnis zu lesen hat er nicht. Er schlägt das Heft, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, Blatt für Blatt sorgfältig zu wenden, an einer beliebigen Stelle auf und findet dort ein großes Bild. Er zwingt sich es genauer anzusehn. Es stellt die Begegnung zwischen dem Kaiser von Rußland und dem Präsidenten von Frankreich dar. Sie findet auf einem Schiff statt. Ringsherum bis in die Ferne sind noch viele andere Schiffe, der Rauch ihrer Schornsteine verflüchtigt sich im hellen Himmel. Beide, der Kaiser und der Präsident, sind eben in langen Schritten einander entgegengeeilt und fassen einander gerade bei der Hand. Hinter dem Kaiser wie hinter dem Präsidenten stehen je zwei Herren. Gegenüber den freudigen Gesichtern des Kaisers und des Präsidenten sind die Gesichter der Begleiter sehr ernst, die Blicke jeder Begleitgruppe vereinigen sich auf ihren Herrscher. Tiefer unten, der Vorgang spielt sich offenbar auf dem höchsten Deck des Schiffes ab, stehen vom Bildrand abgeschnitten lange Reihen salutierender Matrosen. Blumfeld betrachtet allmählich das Bild mit mehr Teilnahme, hält es dann ein wenig entfernt und sieht es so mit blinzelnden Augen an. Er hat immer viel Sinn für solche großartige Szenen gehabt. Daß die Hauptpersonen so unbefangen, herzlich und leichtsinnig einander die Hände drücken, findet er sehr wahrheitsgetreu. Und ebenso richtig ist es, daß die Begleiter - übrigens natürlich sehr hohe Herren, deren Namen unten verzeichnet sind - in ihrer Haltung den Ernst des historischen Augenblicks wahren.)

Und statt alles, was er benötigt, herunterzuholen, sitzt Blumfeld still und blickt in den noch immer nicht entzündeten Pfeifenkopf. Er ist auf der Lauer, plötzlich, ganz unerwartet weicht sein Erstarren und er dreht sich in einem Ruck mit dem Sessel um. Aber auch die Bälle sind entsprechend wachsam oder folgen gedankenlos dem sie beherrschenden Gesetz, gleichzeitig mit Blumfelds Umdrehung verändern auch sie ihren Ort und verbergen sich hinter seinem Rücken. Nun sitzt Blumfeld mit dem Rücken zum Tisch, die kalte Pfeife in der Hand. Die Bälle springen jetzt unter dem Tisch und sind, da dort ein Teppich ist, nur wenig zu hören. Das ist ein großer Vorteil es gibt nur ganz schwache dumpfe Geräusche, man muß sehr aufmerken, um sie mit dem Gehör noch zu erfassen. Blumfeld allerdings ist sehr aufmerksam und hört sie genau. Aber das ist nur jetzt so, in einem Weilchen wird er sie wahrscheinlich gar nicht mehr hören. Daß sie sich auf Teppichen so wenig bemerkbar machen können, scheint Blumfeld eine große Schwäche der Bälle zu sein. Man muß ihnen nur einen oder noch besser zwei Teppiche unterschieben und sie sind fast machtlos. Allerdings nur für eine bestimmte Zeit, und außerdem bedeutet schon ihr Dasein eine gewisse Macht.

Das Urteil, Franz Kafka

March 28th, 2007
für Fräulein Felice B.

Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.

Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit seinem Fortkommen zu Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Rußland sich förmlich geflüchtet hatte. Nun betrieb er ein Geschäft in Petersburg, das anfangs sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken schien, wie der Freund bei seinen immer seltener werdenden Besuchen klagte. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige Vollbart verdeckte nur schlecht das seit den Kinderjahren wohlbekannte Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit hinzudeuten schien. Wie er erzählte, hatte er keine rechte Verbindung mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich so für ein endgültiges Junggesellentum ein.

Was sollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte. Sollte man ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen, seine Existenz hierher zu verlegen, alle die alten freundschaftlichen Beziehungen wieder aufzunehmen - wofür ja kein Hindernis bestand - und im übrigen auf die Hilfe der Freunde zu vertrauen? Das bedeutete aber nichts anderes, als daß man ihm gleichzeitig, je schonender, desto kränkender, sagte, daß seine bisherigen Versuche mißlungen seien, daß er endlich von ihnen ablassen solle, daß er zurückkehren und sich als ein für immer Zurückgekehrter von allen mit großen Augen anstaunen lassen müsse, daß nur seine Freunde etwas verstünden und daß er ein altes Kind sei, das den erfolgreichen, zu Hause gebliebenen Freunden einfach zu folgen habe. Und war es dann noch sicher, daß alle die Plage, die man ihm antun müßte, einen Zweck hätte? Vielleicht gelang es nicht einmal, ihn überhaupt nach Hause zu bringen - er sagte ja selbst, daß er die Verhältnisse in der Heimat nicht mehr verstünde - und so bliebe er dann trotz allem in seiner Fremde, verbittert durch die Ratschläge und den Freunden noch ein Stück mehr entfremdet. Folgte er aber wirklich dem Rat und würde hier - natürlich nicht mit Absicht, aber durch die Tatsachen - niedergedrückt, fände sich nicht in seinen Freunden und nicht ohne sie zurecht, litte an Beschämung, hätte jetzt wirklich keine Heimat und keine Freunde mehr, war es da nicht viel besser für ihn, er blieb in der Fremde, so wie er war? Konnte man denn bei solchen Umständen daran denken, daß er es hier tatsächlich vorwärts bringen würde?

Aus diesen Gründen konnte man ihm, wenn man noch überhaupt die briefliche Verbindung aufrecht erhalten wollte, keine eigentlichen Mitteilungen machen, wie man sie ohne Scheu auch den entferntesten Bekannten machen würde. Der Freund war nun schon über drei Jahre nicht in der Heimat gewesen und erklärte dies sehr notdürftig mit der Unsicherheit der politischen Verhältnisse in Rußland, die demnach also auch die kürzeste Abwesenheit eines kleinen Geschäftsmannes nicht zuließen, während hunderttausende Russen ruhig in der Welt herumfuhren. Im Laufe dieser drei Jahre hatte sich aber gerade für Georg vieles verändert. Von dem Todesfall von Georgs Mutter, der vor etwa zwei Jahren erfolgt war und seit welchem Georg mit seinem alten Vater in gemeinsamer Wirtschaft lebte, hatte der Freund wohl noch erfahren und sein Beileid in einem Brief mit einer Trockenheit ausgedrückt, die ihren Grund nur darin haben konnte, daß die Trauer über ein solches Ereignis in der Fremde ganz unvorstellbar wird. Nun hatte aber Georg seit jener Zeit, so wie alles andere, auch sein Geschäft mit größerer Entschlossenheit angepackt. Vielleicht hatte ihn der Vater bei Lebzeiten der Mutter dadurch, daß er im Geschäft nur seine Ansicht gelten lassen wollte, an einer wirklichen eigenen Tätigkeit gehindert, vielleicht war der Vater seit dem Tode der Mutter, trotzdem er noch immer im Geschäfte arbeitete, zurückhaltender geworden, vielleicht spielten - was sogar sehr wahrscheinlich war - glückliche Zufälle eine weit wichtigere Rolle, jedenfalls aber hatte sich das Geschäft in diesen zwei Jahren ganz unerwartet entwickelt, das Personal hatte man verdoppeln müssen, der Umsatz hatte sich verfünffacht, ein weiterer Fortschritt stand zweifellos bevor.

Der Freund aber hatte keine Ahnung von dieser Veränderung. Früher, zum letztenmal vielleicht in jenem Beileidsbrief, hatte er Georg zur Auswanderung nach Rußland überreden wollen und sich über die Aussichten verbreitet, die gerade für Georgs Geschäftszweig in Petersburg bestanden. Die Ziffern waren verschwindend gegenüber dem Umfang, den Georgs Geschäft jetzt angenommen hatte. Georg aber hatte keine Lust gehabt, dem Freund von seinen geschäftlichen Erfolgen zu schreiben, und hätte er es jetzt nachträglich getan, es hätte wirklich einen merkwürdigen Anschein gehabt.

So beschränkte sich Georg darauf, dem Freund immer nur über bedeutungslose Vorfälle zu schreiben, wie sie sich, wenn man an einem ruhigen Sonntag nachdenkt, in der Erinnerung ungeordnet aufhäufen. Er wollte nichts anderes, als die Vorstellung ungestört lassen, die sich der Freund von der Heimatstadt in der langen Zwischenzeit wohl gemacht und mit welcher er sich abgefunden hatte. So geschah es Georg, daß er dem Freund die Verlobung eines gleichgültigen Menschen mit einem ebenso gleichgültigen Mädchen dreimal in ziemlich weit auseinanderliegenden Briefen anzeigte, bis sich dann allerdings der Freund, ganz gegen Georgs Absicht, für diese Merkwürdigkeit zu interessieren begann.

Georg schrieb ihm aber solche Dinge viel lieber, als daß er zugestanden hätte, daß er selbst vor einem Monat mit einem Fräulein Frieda Brandenfeld, einem Mädchen aus wohlhabender Familie, sich verlobt hatte. Oft sprach er mit seiner Braut über diesen Freund und das besondere Korrespondenzverhältnis, in welchem er zu ihm stand. »Da wird er gar nicht zu unserer Hochzeit kommen«, sagte sie, »und ich habe doch das Recht, alle deine Freunde kennen zu lernen.« »Ich will ihn nicht stören«, antwortete Georg, »verstehe mich recht, er würde wahrscheinlich kommen, wenigstens glaube ich es, aber er würde sich gezwungen und geschädigt fühlen, vielleicht mich beneiden und sicher unzufrieden und unfähig, diese Unzufriedenheit jemals zu beseitigen, allein wieder zurückfahren. Allein - weißt du, was das ist?« »Ja, kann er denn von unserer Heirat nicht auch auf andere Weise erfahren?« »Das kann ich allerdings nicht verhindern, aber es ist bei seiner Lebensweise unwahrscheinlich.« »Wenn du solche Freunde hast, Georg, hättest du dich überhaupt nicht verloben sollen.« »Ja, das ist unser beider Schuld; aber ich wollte es auch jetzt nicht anders haben.« Und wenn sie dann, rasch atmend unter seinen Küssen, noch vorbrachte: »Eigentlich kränkt es mich doch«, hielt er es wirklich für unverfänglich, dem Freund alles zu schreiben. »So bin ich und so hat er mich hinzunehmen«, sagte er sich, »Ich kann nicht aus mir einen Menschen herausschneiden, der vielleicht für die Freundschaft mit ihm geeigneter wäre, als ich es bin.«

Und tatsächlich berichtete er seinem Freunde in dem langen Brief, den er an diesem Sonntagvormittag schrieb, die erfolgte Verlobung mit folgenden Worten: »Die beste Neuigkeit habe ich mir bis zum Schluß aufgespart. Ich habe mich mit einem Fräulein Frieda Brandenfeld verlobt, einem Mädchen aus einer wohlhabenden Familie, die sich hier erst lange nach Deiner Abreise angesiedelt hat, die Du also kaum kennen dürftest. Es wird sich noch Gelegenheit finden, Dir Näheres über meine Braut mitzuteilen, heute genüge Dir, daß ich recht glücklich bin und daß sich in unserem gegenseitigen Verhältnis nur insoferne etwas geändert hat, als Du jetzt in mir statt eines ganz gewöhnlichen Freundes einen glücklichen Freund haben wirst. Außerdem bekommst Du in meiner Braut, die Dich herzlich grüßen läßt, und die Dir nächstens selbst schreiben wird, eine aufrichtige Freundin, was für einen Junggesellen nicht ganz ohne Bedeutung ist. Ich weiß, es hält Dich vielerlei von einem Besuche bei uns zurück, wäre aber nicht gerade meine Hochzeit die richtige Gelegenheit, einmal alle Hindernisse über den Haufen zu werfen? Aber wie dies auch sein mag, handle ohne alle Rücksicht und nur nach Deiner Wohlmeinung.«

Mit diesem Brief in der Hand war Georg lange, das Gesicht dem Fenster zugekehrt, an seinem Schreibtisch gesessen. Einem Bekannten, der ihn im Vorübergehen von der Gasse aus gegrüßt hatte, hatte er kaum mit einem abwesenden Lächeln geantwortet.

Endlich steckte er den Brief in die Tasche und ging aus seinem Zimmer quer durch einen kleinen Gang in das Zimmer seines Vaters, in dem er schon seit Monaten nicht gewesen war. Es bestand auch sonst keine Nötigung dazu, denn er verkehrte mit seinem Vater ständig im Geschäft, das Mittagessen nahmen sie gleichzeitig in einem Speisehaus ein, abends versorgte sich zwar jeder nach Belieben, doch saßen sie dann meistens, wenn nicht Georg, wie es am häufigsten geschah, mit Freunden beisammen war oder jetzt seine Braut besuchte, noch ein Weilchen, jeder mit seiner Zeitung, im gemeinsamen Wohnzimmer.

Georg staunte darüber, wie dunkel das Zimmer des Vaters selbst an diesem sonnigen Vormittag war. Einen solchen Schatten warf also die hohe Mauer, die sich jenseits des schmalen Hofes erhob. Der Vater saß beim Fenster in einer Ecke, die mit verschiedenen Andenken an die selige Mutter ausgeschmückt war, und las die Zeitung, die er seitlich vor die Augen hielt, wodurch er irgendeine Augenschwäche auszugleichen suchte. Auf dem Tisch standen die Reste des Frühstücks, von dem nicht viel verzehrt zu sein schien.

»Ah, Georg!« sagte der Vater und ging ihm gleich entgegen. Sein schwerer Schlafrock öffnete sich im Gehen, die Enden umflatterten ihn - »mein Vater ist noch immer ein Riese«, sagte sich Georg.

»Hier ist es ja unerträglich dunkel«, sagte er dann.

»Ja, dunkel ist es schon«, antwortete der Vater.

»Das Fenster hast du auch geschlossen?«

»Ich habe es lieber so.«

»Es ist ja ganz warm draußen«, sagte Georg, wie im Nachhang zu dem Früheren, und setzte sich.

Der Vater räumte das Frühstücksgeschirr ab und stellte es auf einen Kasten.

»Ich wollte dir eigentlich nur sagen«, fuhr Georg fort, der den Bewegungen des alten Mannes ganz verloren folgte, »daß ich nun doch nach Petersburg meine Verlobung angezeigt habe.« Er zog den Brief ein wenig aus der Tasche und ließ ihn wieder zurückfallen.

»Wieso nach Petersburg?« fragte der Vater.

»Meinem Freunde doch«, sagte Georg und suchte des Vaters Augen. - »Im Geschäft ist er doch ganz anders«, dachte er, »wie er hier breit sitzt und die Arme über der Brust kreuzt.«

»Ja. Deinem Freunde«, sagte der Vater mit Betonung.

»Du weißt doch, Vater, daß ich ihm meine Verlobung zuerst verschweigen wollte. Aus Rücksichtnahme, aus keinem anderen Grunde sonst. Du weißt selbst, er ist ein schwieriger Mensch. Ich sagte mir, von anderer Seite kann er von meiner Verlobung wohl erfahren, wenn das auch bei seiner einsamen Lebensweise kaum wahrscheinlich ist - das kann ich nicht hindern -, aber von mir selbst soll er es nun einmal nicht erfahren.«

»Und jetzt hast du es dir wieder anders überlegt?« fragte der Vater, legte die große Zeitung auf den Fensterbord und auf die Zeitung die Brille, die er mit der Hand bedeckte.

»Ja, jetzt habe ich es mir wieder überlegt. Wenn er mein guter Freund ist, sagte ich mir, dann ist meine glückliche Verlobung auch für ihn ein Glück. Und deshalb habe ich nicht mehr gezögert, es ihm anzuzeigen. Ehe ich jedoch den Brief einwarf, wollte ich es dir sagen.«

»Georg«, sagte der Vater und zog den zahnlosen Mund in die Breite, »hör’ einmal! Du bist wegen dieser Sache zu mir gekommen, um dich mit mir zu beraten. Das ehrt dich ohne Zweifel. Aber es ist nichts, es ist ärger als nichts, wenn du mir jetzt nicht die volle Wahrheit sagst. Ich will nicht Dinge aufrühren, die nicht hierher gehören. Seit dem Tode unserer teueren Mutter sind gewisse unschöne Dinge vorgegangen. Vielleicht kommt auch für sie die Zeit und vielleicht kommt sie früher, als wir denken. Im Geschäft entgeht mir manches, es wird mir vielleicht nicht verborgen - ich will jetzt gar nicht die Annahme machen, daß es mir verborgen wird -, ich bin nicht mehr kräftig genug, mein Gedächtnis läßt nach, ich habe nicht mehr den Blick für alle die vielen Sachen. Das ist erstens der Ablauf der Natur, und zweitens hat mich der Tod unseres Mütterchens viel mehr niedergeschlagen als dich. - Aber weil wir gerade bei dieser Sache halten, bei diesem Brief, so bitte ich dich, Georg, täusche mich nicht. Es ist eine Kleinigkeit, es ist nicht des Atems wert, also täusche mich nicht. Hast du wirklich diesen Freund in Petersburg?«

Georg stand verlegen auf. »Lassen wir meine Freunde sein. Tausend Freunde ersetzen mir nicht meinen Vater. Weißt du, was ich glaube? Du schonst dich nicht genug. Aber das Alter verlangt seine Rechte. Du bist mir im Geschäft unentbehrlich, das weißt du ja sehr genau, aber wenn das Geschäft deine Gesundheit bedrohen sollte, sperre ich es noch morgen für immer. Das geht nicht. Wir müssen da eine andere Lebensweise für dich einführen. Aber von Grund aus. Du sitzt hier im Dunkel und im Wohnzimmer hättest du schönes Licht. Du nippst vom Frühstück, statt dich ordentlich zu stärken. Du sitzt bei geschlossenem Fenster und die Luft würde dir so gut tun. Nein, mein Vater! Ich werde den Arzt holen und seinen Vorschriften werden wir folgen. Die Zimmer werden wir wechseln, du wirst ins Vorderzimmer ziehen, ich hierher. Es wird keine Veränderung für dich sein, alles wird mit übertragen werden. Aber das alles hat Zeit, jetzt lege dich noch ein wenig ins Bett, du brauchst unbedingt Ruhe. Komm, ich werde dir beim Ausziehn helfen, du wirst sehn, ich kann es. Oder willst du gleich ins Vorderzimmer gehn, dann legst du dich vorläufig in mein Bett. Das wäre übrigens sehr vernünftig.«

Georg stand knapp neben seinem Vater, der den Kopf mit dem struppigen weißen Haar auf die Brust hatte sinken lassen.

»Georg«, sagte der Vater leise, ohne Bewegung.

Georg kniete sofort neben dem Vater nieder, er sah die Pupillen in dem müden Gesicht des Vaters übergroß in den Winkeln der Augen auf sich gerichtet.

»Du hast keinen Freund in Petersburg. Du bist immer ein Spaßmacher gewesen und hast dich auch mir gegenüber nicht zurückgehalten. Wie solltest du denn gerade dort einen Freund haben! Das kann ich gar nicht glauben.«

»Denk doch noch einmal nach, Vater«, sagte Georg, hob den Vater vom Sessel und zog ihm, wie er nun doch recht schwach dastand, den Schlafrock aus, »jetzt wird es bald drei Jahre her sein, da war ja mein Freund bei uns zu Besuch. Ich erinnere mich noch, daß du ihn nicht besonders gern hattest. Wenigstens zweimal habe ich ihn vor dir verleugnet, trotzdem er gerade bei mir im Zimmer saß. Ich konnte ja deine Abneigung gegen ihn ganz gut verstehn, mein Freund hat seine Eigentümlichkeiten. Aber dann hast du dich doch auch wieder ganz gut mit ihm unterhalten. Ich war damals noch so stolz darauf, daß du ihm zuhörtest, nicktest und fragtest. Wenn du nachdenkst, mußt du dich erinnern. Er erzählte damals unglaubliche Geschichten von der russischen Revolution. Wie er z. B. auf einer Geschäftsreise in Kiew bei einem Tumult einen Geistlichen auf einem Balkon gesehen hatte, der sich ein breites Blutkreuz in die flache Hand schnitt, diese Hand erhob und die Menge anrief. Du hast ja selbst diese Geschichte hie und da wiedererzählt.«

Währenddessen war es Georg gelungen, den Vater wieder niederzusetzen und ihm die Trikothose, die er über den Leinenunterhosen trug, sowie die Socken vorsichtig auszuziehn. Beim Anblick der nicht besonders reinen Wäsche machte er sich Vorwürfe, den Vater vernachlässigt zu haben. Es wäre sicherlich auch seine Pflicht gewesen, über den Wäschewechsel seines Vaters zu wachen. Er hatte mit seiner Braut darüber, wie sie die Zukunft des Vaters einrichten wollten, noch nicht ausdrücklich gesprochen, denn sie hatten stillschweigend vorausgesetzt, daß der Vater allein in der alten Wohnung bleiben würde. Doch jetzt entschloß er sich kurz mit aller Bestimmtheit, den Vater in seinen künftigen Haushalt mitzunehmen. Es schien ja fast, wenn man genauer zusah, daß die Pflege, die dort dem Vater bereitet werden sollte, zu spät kommen könnte.

Auf seinen Armen trug er den Vater ins Bett. Ein schreckliches Gefühl hatte er, als er während der paar Schritte zum Bett hin merkte, daß an seiner Brust der Vater mit seiner Uhrkette spiele. Er konnte ihn nicht gleich ins Bett legen, so fest hielt er sich an dieser Uhrkette.

Kaum war er aber im Bett, schien alles gut. Er deckte sich selbst zu und zog dann die Bettdecke noch besonders weit über die Schulter. Er sah nicht unfreundlich zu Georg hinauf.

»Nicht wahr, du erinnerst dich schon an ihn?« fragte Georg und nickte ihm aufmunternd zu.

»Bin ich jetzt gut zugedeckt?« fragte der Vater, als könne er nicht nachschauen, ob die Füße genug bedeckt seien.

»Es gefällt dir also schon im Bett«, sagte Georg und legte das Deckzeug besser um ihn.

»Bin ich gut zugedeckt?« fragte der Vater noch einmal und schien auf die Antwort besonders aufzupassen.

»Sei nur ruhig, du bist gut zugedeckt.«

»Nein!« rief der Vater, daß die Antwort an die Frage stieß, warf die Decke zurück mit einer Kraft, daß sie einen Augenblick im Fluge sich ganz entfaltete, und stand aufrecht im Bett. Nur eine Hand hielt er leicht an den Plafond. »Du wolltest mich zudecken, das weiß ich, mein Früchtchen, aber zugedeckt bin ich noch nicht. Und ist es auch die letzte Kraft, genug für dich, zuviel für dich. Wohl kenne ich deinen Freund. Er wäre ein Sohn nach meinem Herzen. Darum hast du ihn auch betrogen die ganzen Jahre lang. Warum sonst? Glaubst du, ich habe nicht um ihn geweint? Darum doch sperrst du dich in dein Bureau, niemand soll stören, der Chef ist beschäftigt - nur damit du deine falschen Briefchen nach Rußland schreiben kannst. Aber den Vater muß glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen. Wie du jetzt geglaubt hast, du hättest ihn untergekriegt, so untergekriegt, daß du dich mit deinem Hintern auf ihn setzen kannst und er rührt sich nicht, da hat sich mein Herr Sohn zum Heiraten entschlossen!«

Georg sah zum Schreckbild seines Vaters auf. Der Petersburger Freund, den der Vater plötzlich so gut kannte, ergriff ihn, wie noch nie. Verloren im weiten Rußland sah er ihn. An der Türe des leeren, ausgeraubten Geschäftes sah er ihn. Zwischen den Trümmern der Regale, den zerfetzten Waren, den fallenden Gasarmen stand er gerade noch. Warum hatte er so weit wegfahren müssen!

»Aber schau mich an!« rief der Vater, und Georg lief, fast zerstreut, zum Bett, um alles zu fassen, stockte aber in der Mitte des Weges.

»Weil sie die Röcke gehoben hat«, fing der Vater zu flöten an, »weil sie die Röcke so gehoben hat, die widerliche Gans«, und er hob, um das darzustellen, sein Hemd so hoch, daß man auf seinem Oberschenkel die Narbe aus seinen Kriegsjahren sah, »weil sie die Röcke so und so und so gehoben hat, hast du dich an sie herangemacht, und damit du an ihr ohne Störung dich befriedigen kannst, hast du unserer Mutter Andenken geschändet, den Freund verraten und deinen Vater ins Bett gesteckt, damit er sich nicht rühren kann. Aber kann er sich rühren oder nicht?« Und er stand vollkommen frei und warf die Beine. Er strahlte vor Einsicht.

Georg stand in einem Winkel, möglichst weit vom Vater. Vor einer langen Weile hatte er sich fest entschlossen, alles vollkommen genau zu beobachten, damit er nicht irgendwie auf Umwegen, von hinten her, von oben herab überrascht werden könne. Jetzt erinnerte er sich wieder an den längst vergessenen Entschluß und vergaß ihn, wie man einen kurzen Faden durch ein Nadelöhr zieht.

»Aber der Freund ist nun doch nicht verraten!« rief der Vater, und sein hin- und herbewegter Zeigefinger bekräftigte es. »Ich war sein Vertreter hier am Ort.«

»Komödiant!« konnte sich Georg zu rufen nicht enthalten, erkannte sofort den Schaden und biß, nur zu spät, - die Augen erstarrt - in seine Zunge, daß er vor Schmerz einknickte.

»Ja, freilich habe ich Komödie gespielt! Komödie! Gutes Wort! Welcher andere Trost blieb dem alten verwitweten Vater? Sag’ - und für den Augenblick der Antwort sei du noch mein lebender Sohn -, was blieb mir übrig, in meinem Hinterzimmer, verfolgt vom ungetreuen Personal, alt bis in die Knochen? Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt, schloß Geschäfte ab, die ich vorbereitet hatte, überpurzelte sich vor Vergnügen und ging vor seinem Vater mit dem verschlossenen Gesicht eines Ehrenmannes davon! Glaubst du, ich hätte dich nicht geliebt, ich, von dem du ausgingst?«

»Jetzt wird er sich vorbeugen«, dachte Georg, »wenn er fiele und zerschmetterte!« Dieses Wort durchzischte seinen Kopf.

Der Vater beugte sich vor, fiel aber nicht. Da Georg sich nicht näherte, wie er erwartet hatte, erhob er sich wieder.

»Bleib’, wo du bist, ich brauche dich nicht! Du denkst, du hast noch die Kraft, hierher zu kommen und hältst dich bloß zurück, weil du so willst. Daß du dich nicht irrst! Ich bin noch immer der viel Stärkere. Allein hätte ich vielleicht zurückweichen müssen, aber so hat mir die Mutter ihre Kraft abgegeben, mit deinem Freund habe ich mich herrlich verbunden, deine Kundschaft habe ich hier in der Tasche!«

»Sogar im Hemd hat er Taschen!« sagte sich Georg und glaubte, er könne ihn mit dieser Bemerkung in der ganzen Welt unmöglich machen. Nur einen Augenblick dachte er das, denn immerfort vergaß er alles.

»Häng’ dich nur in deine Braut ein und komm’ mir entgegen! Ich fege sie dir von der Seite weg, du weißt nicht wie!«

Georg machte Grimassen, als glaube er das nicht. Der Vater nickte bloß, die Wahrheit dessen, was er sagte, beteuernd, in Georgs Ecke hin.

»Wie hast du mich doch heute unterhalten, als du kamst und fragtest, ob du deinem Freund von der Verlobung schreiben sollst. Er weiß doch alles, dummer Junge, er weiß doch alles! Ich schrieb ihm doch, weil du vergessen hast, mir das Schreibzeug wegzunehmen. Darum kommt er schon seit Jahren nicht, er weiß ja alles hundertmal besser als du selbst, deine Briefe zerknüllt er ungelesen in der linken Hand, während er in der Rechten meine Briefe zum Lesen sich vorhält!«

Seinen Arm schwang er vor Begeisterung über dem Kopf. »Er weiß alles tausendmal besser!« rief er.

»Zehntausendmal!« sagte Georg, um den Vater zu verlachen, aber noch in seinem Munde bekam das Wort einen toternsten Klang.

»Seit Jahren passe ich schon auf, daß du mit dieser Frage kämest! Glaubst du, mich kümmert etwas anderes? Glaubst du, ich lese Zeitungen? Da!« und er warf Georg ein Zeitungsblatt, das irgendwie mit ins Bett getragen worden war, zu. Eine alte Zeitung, mit einem Georg schon ganz unbekannten Namen.

»Wie lange hast du gezögert, ehe du reif geworden bist! Die Mutter mußte sterben, sie konnte den Freudentag nicht erleben, der Freund geht zugrunde in seinem Rußland, schon vor drei Jahren war er gelb zum Wegwerfen, und ich, du siehst ja, wie es mit mir steht. Dafür hast du doch Augen!«

»Du hast mir also aufgelauert!« rief Georg.

Mitleidig sagte der Vater nebenbei: »Das wolltest du wahrscheinlich früher sagen. Jetzt paßt es ja gar nicht mehr.«

Und lauter: »Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher wußtest du nur von dir! Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich, aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch! - Und darum wisse: Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!«

Georg fühlte sich aus dem Zimmer gejagt, den Schlag, mit dem der Vater hinter ihm aufs Bett stürzte, trug er noch in den Ohren davon. Auf der Treppe, über deren Stufen er wie über eine schiefe Fläche eilte, überrumpelte er seine Bedienerin, die im Begriffe war heraufzugehen, um die Wohnung nach der Nacht aufzuräumen.

»Jesus!« rief sie und verdeckte mit der Schürze das Gesicht, aber er war schon davon. Aus dem Tor sprang er, über die Fahrbahn zum Wasser trieb es ihn. Schon hielt er das Geländer fest, wie ein Hungriger die Nahrung. Er schwang sich über, als der ausgezeichnete Turner, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz seiner Eltern gewesen war. Noch hielt er sich mit schwächer werdenden Händen fest, erspähte zwischen den Geländerstangen einen Autoomnibus, der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: »Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt«, und ließ sich hinfallen.

In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.

Ein Landarzt, Franz Kafka

March 21st, 2007
Ich war in großer Verlegenheit: eine dringende Reise stand mir bevor; ein
Schwerkranker wartete auf mich in einem zehn Meilen entfernten Dorfe;
starkes Schneegestöber füllte den weiten Raum zwischen mir und ihm;
einen Wagen hatte ich, leicht, großräderig, ganz wie er für unsere
Landstraßen taugt; in den Pelz gepackt, die Instrumententasche in der Hand,
stand ich reisefertig schon auf dem Hofe; aber das Pferd fehlte, das Pferd.
Mein eigenes Pferd war in der letzten Nacht, infolge der Überanstrengung in
diesem eisigen Winter, verendet; mein Dienstmädchen lief jetzt im Dorf
umher, um ein Pferd geliehen zu bekommen; aber es war aussichtslos, ich
wußte es, und immer mehr vom Schnee überhäuft, immer unbeweglicher
werdend, stand ich zwecklos da. Am Tor erschien das Mädchen, allein,
schwenkte die Laterne; natürlich, wer leiht jetzt sein Pferd her zu solcher
Fahrt? Ich durchmaß noch einmal den Hof; ich fand keine Möglichkeit;
zerstreut, gequält stieß ich mit dem Fuß an die brüchige Tür des schon seit
Jahren unbenützten Schweinestalles.

Sie öffnete sich und klappte in den Angeln auf und zu. Wärme und Geruch
wie von Pferden kam hervor. Eine trübe Stallaterne schwankte drin an
einem Seil. Ein Mann, zusammengekauert in dem niedrigen Verschlag,
zeigte sein offenes blauäugiges Gesicht. » Soll ich anspannen?« fragte er,
auf allen vieren hervorkriechend. Ich wußte nichts zu sagen und beugte
mich nur, um zu sehen, was es noch in dem Stalle gab. Das Dienstmädchen
stand neben mir. »Man weiß nicht, was für Dinge man im eigenen Hause
vorrätig hat«, sagte es, und wir beide lachten. »Holla, Bruder, holla,
Schwester!« rief der Pferdeknecht, und zwei Pferde, mächtige flankenstarke
Tiere, schoben sich hintereinander, die Beine eng am Leib, die
wohlgeformten Köpfe wie Kamele senkend, nur durch die Kraft der
Wendungen ihres Rumpfes aus dem Türloch, das sie restlos ausfüllten. Aber
gleich standen sie aufrecht, hochbeinig, mit dicht ausdampfendem Körper.
»Hilf ihm«, sagte ich, und das willige Mädchen eilte, dem Knecht das
Geschirr des Wagens zu reichen. Doch kaum war es bei ihm, umfaßt es der
Knecht und schlägt sein Gesicht an ihres. Es schreit auf und flüchtet sich zu
mir; rot eingedrückt sind zwei Zahnreihen in des Mädchens Wange. »Du
Vieh«, schreie ich wütend, »willst du die Peitsche?«, besinne mich aber
gleich, daß es ein Fremder ist, daß ich nicht weiß, woher er kommt, und daß
er mir freiwillig aushilft, wo alle andern versagen. Als wisse er von meinen
Gedanken, nimmt er meine Drohung nicht übel, sondern wendet sich nur
einmal, immer mit den Pferden beschäftigt, nach mir um. »Steigt ein«, sagt
er dann, und tatsächlich: alles ist bereit.

Mit so schönem Gespann, das merke ich, bin ich noch nie gefahren, und ich
steige fröhlich ein. »Kutschieren werde aber ich, du kennst nicht den Weg«,
sage ich. »Gewiß«, sagt er, »ich fahre gar nicht mit, ich bleibe bei Rosa.«
»Nein«, schreit Rosa und läuft im richtigen Vorgefühl der Unabwendbarkeit
ihres Schicksals ins Haus; ich höre die Türkette klirren, die sie vorlegt; ich
höre das Schloß einspringen; ich sehe, wie sie überdies im Flur und
weiterjagend durch die Zimmer alle Lichter verlöscht, um sich unauffindbar
zu machen. »Du fährst mit«, sage ich zu dem Knecht, »oder ich verzichte
auf die Fahrt, so dringend sie auch ist. Es fällt mir nicht ein, dir für die Fahrt
das Mädchen als Kaufpreis hinzugeben.« »Munter!« sagt er; klatscht in die
Hände; der Wagen wird fortgerissen, wie Holz in die Strömung; noch höre
ich, wie die Tür meines Hauses unter dem Ansturm des Knechts birst und
splittert, dann sind mir Augen und Ohren von einem zu allen Sinnen
gleichmäßig dringenden Sausen erfüllt. Aber auch das nur einen
Augenblick, denn, als öffne sich unmittelbar vor meinem Hoftor der Hof
meines Kranken, bin ich schon dort; ruhig stehen die Pferde; der Schneefall
hat aufgehört; Mondlicht ringsum; die Eltern des Kranken eilen aus dem
Haus; seine Schwester hinter ihnen; man hebt mich fast aus dem Wagen;
den verwirrten Reden entnehme ich nichts; im Krankenzimmer ist die Luft
kaum atembar; der vernachlässigte Herdofen raucht; ich werde das Fenster
aufstoßen; zuerst aber will ich den Kranken sehen. Mager, ohne Fieber,
nicht kalt, nicht warm, mit leeren Augen, ohne Hemd hebt sich der junge
unter dem Federbett, hängt sich an meinen Hals, flüstert mir ins Ohr:
»Doktor, laß mich sterben. « Ich sehe mich um; niemand hat es gehört; die
Eltern stehen stumm vorgebeugt und erwarten mein Urteil; die Schwester
hat einen Stuhl für meine Handtasche gebracht. Ich öffne die Tasche und
suche unter meinen Instrumenten; der Junge tastet immerfort aus dem Bett
nach mir hin, um mich an seine Bitte zu erinnern; ich fasse eine Pinzette,
prüfe sie im Kerzenlicht und lege sie wieder hin. »Ja«, denke ich lästernd,
»in solchen Fällen helfen die Götter, schicken das fehlende Pferd, fügen der
Eile wegen noch ein zweites hinzu, spenden zum Übermaß noch den
Pferdeknecht-.«

Jetzt erst fällt mir wieder Rosa ein; was tue ich, wie rette ich sie, wie ziehe
ich sie unter diesem Pferdeknecht hervor, zehn Meilen von ihr entfernt,
unbeherrschbare Pferde vor meinem Wagen? Diese Pferde, die jetzt die
Riemen irgendwie gelockert haben; die Fenster, ich weiß nicht wie, von
außen aufstoßen? jedes durch ein Fenster den Kopf stecken und, unbeirrt
durch den Aufschrei der Familie, den Kranken betrachten. »Ich fahre gleich
wieder zurück«, denke ich, als forderten mich die Pferde zur Reise auf, aber
ich dulde es, daß die Schwester, die mich durch die Hitze betäubt glaubt,
den Pelz mir abnimmt. Ein Glas Rum wird mir bereitgestellt, der Alte klopft
mir auf die Schulter, die Hingabe seines Schatzes rechtfertigt diese
Vertraulichkeit. Ich schüttle den Kopf; in dem engen Denkkreis des Alten
würde mir übel; nur aus diesem Grunde lehne ich es ab zu trinken. Die
Mutter steht am Bett und lockt mich hin; ich folge und lege, während ein
Pferd laut zur Zimmerdecke wiehert, den Kopf an die Brust des Jungen, der
unter meinem nassen Bart erschauert. Es bestätigt sich, was ich weiß: der
Junge ist gesund, ein wenig schlecht durchblutet, von der sorgenden Mutter
mit Kaffee durchtränkt, aber gesund und am besten mit einem Stoß aus dem
Bett zu treiben. Ich bin kein Weltverbesserer und lasse ihn liegen.

Ich bin vom Bezirk angestellt und tue meine Pflicht bis zum Rand, bis
dorthin, wo es fast zu viel wird. Schlecht bezahlt, bin ich doch freigebig und
hilfsbereit gegenüber den Armen. Noch für Rosa muß ich sorgen, dann mag
der Junge recht haben und auch ich will sterben. Was tue ich hier in diesem
endlosen Winter! Mein Pferd ist verendet, und da ist niemand im Dorf, der
mir seines leiht. Aus dem Schweinestall muß ich mein Gespann ziehen;
wären es nicht zufällig Pferde, müßte ich mit Säuen fahren. So ist es. Und
ich nicke der Familie zu. Sie wissen nichts davon, und wenn sie es wüßten,
würden sie es nicht glauben. Rezepte schreiben ist leicht, aber im übrigen
sich mit den Leuten verständigen, ist schwer. Nun, hier wäre also mein
Besuch zu Ende, man hat mich wieder einmal unnötig bemüht, daran bin ich
gewöhnt, mit Hilfe meiner Nachtglocke martert mich der ganze Bezirk, aber
daß ich diesmal auch noch Rosa hingeben mußte, dieses schöne Mädchen,
das jahrelang, von mir kaum beachtet, in meinem Hause lebte - dieses Opfer
ist zu groß, und ich muß es mir mit Spitzfindigkeiten aushilfsweise in
meinem Kopf irgendwie zurechtlegen, um nicht auf diese Familie
loszufahren, die mir ja beim besten Willen Rosa nicht zurückgeben kann.

Als ich aber meine Handtasche schließe und nach meinem Pelz winke, die
Familie beisammensteht, der Vater schnuppernd über dem Rumglas in
seiner Hand, die Mutter, von mir wahrscheinlich enttäuscht ja, was erwartet
denn das Volk? - tränenvoll in die Lippen beißend und die Schwester ein
schwer blutiges Handtuch schwenkend, bin ich irgendwie bereit, unter
Umständen zuzugeben, daß der Junge doch vielleicht krank ist. Ich gehe zu
ihm, er lächelt mir entgegen, als brächte ich ihm etwa die allerstärkste
Suppe - ach, jetzt wiehern beide Pferde; der Lärm soll wohl, höhern Orts
angeordnet, die Untersuchung erleichtern - und nun finde ich: ja, der Junge
ist krank. In seiner rechten Seite, in der Hüftengegend hat sich eine
handtellergroße Wunde aufgetan. Rosa, in vielen Schattierungen, dunkel in
der Tiefe, hellwerdend zu den Rändern, zartkörnig, mit ungleichmäßig sich
aufsammelndem Blut, offen wie ein Bergwerk obertags. So aus der
Entfernung. In der Nähe zeigt sich noch eine Erschwerung. Wer kann das
ansehen ohne leise zu pfeifen? Würmer, an Stärke und Länge meinem
kleinen Finger gleich, rosig aus eigenem und außerdem blutbespritzt,
winden sich, im Innern der Wunde festgehalten, mit weißen Köpfchen, mit
vielen Beinchen ans Licht. Armer Junge, dir ist nicht zu helfen. Ich habe
deine große Wunde aufgefunden; an dieser Blume in deiner Seite gehst du
zugrunde. Die Familie ist glücklich, sie sieht mich in Tätigkeit; die
Schwester sagt`s der Mutter, die Mutter dem Vater, der Vater einigen
Gästen, die auf den Fußspitzen, mit ausgestreckten Armen balancierend,
durch den Mondschein der offenen Tür hereinkommen.

»Wirst du mich retten?« flüstert schluchzend der Junge, ganz geblendet
durch das Leben in seiner Wunde. So sind die Leute in meiner Gegend.
Immer das Unmögliche vom Arzt verlangen. Den alten Glauben haben sie
verloren; der Pfarrer sitzt zu Hause und zerzupft die Meßgewänder, eines
nach dem andern; aber der Arzt soll alles leisten mit seiner zarten
chirurgischen Hand. Nun, wie es beliebt: ich habe mich nicht angeboten;
verbraucht ihr mich zu heiligen Zwecken, lasse ich auch das mit mir
geschehen; was will ich Besseres, alter Landarzt, meines Dienstmädchens
beraubt! Und sie kommen, die Familie und die Dorfältesten, und entkleiden
mich; ein Schulchor mit dem Lehrer an der Spitze steht vor dem Haus und
singt eine äußerst einfache Melodie auf den Text:

Entkleidet ihn, dann wird er heilen,
Und heilt er nicht, so tötet ihn!
`s ist nur ein Arzt, `s ist nur ein Arzt.

Dann bin ich entkleidet und sehe, die Finger im Barte, mit geneigtem Kopf
die Leute ruhig an. Ich bin durchaus gefaßt und allen überlegen und bleibe
es auch, trotzdem es mir nichts hilft, denn jetzt nehmen sie mich beim Kopf
und bei den Füßen und tragen mich ins Bett. Zur Mauer, an die Seite der
Wunde legen sie mich. Dann gehen alle aus der Stube; die Tür wird
zugemacht; der Gesang verstummt; Wolken treten vor den Mond; warm
liegt das Bettzeug um mich, schattenhaft schwanken die Pferdeköpfe in den
Fensterlöchern. »Weißt du«, höre ich, mir ins Ohr gesagt, »mein Vertrauen
zu dir ist sehr gering. Du bist ja auch nur irgendwo abgeschüttelt, kommst
nicht auf eigenen Füßen. Statt zu helfen, engst du mir mein Sterbebett ein.
Am liebsten kratzte ich dir die Augen aus.« »Richtig«, sage ich, »es ist eine
Schmach. Nun bin ich aber Arzt. Was soll ich tun? Glaube mir, es wird auch
mir nicht leicht.« »Mit dieser Entschuldigung soll ich mich begnügen?

Ach, ich muß wohl. Immer muß ich mich begnügen. Mit einer schönen
Wunde kam ich auf die Welt; das war meine ganze Ausstattung.« »Junger
Freund«, sage ich, »dein Fehler ist: du hast keinen Überblick. Ich, der ich
schon in allen Krankenstuben, weit und breit, gewesen bin, sage dir: deine
Wunde ist so übel nicht. Im spitzen Winkel mit zwei Hieben der Hacke
geschaffen. Viele bieten ihre Seite an und hören kaum die Hacke im Forst,
geschweige denn, daß sie ihnen näher kommt.« »Ist es wirklich so oder
täuschest du mich im Fieber? « »Es ist wirklich so, nimm das Ehrenwort
eines Amtsarztes mit hinüber.« Und er nahm`s und wurde still.

Aber jetzt war es Zeit, an meine Rettung zu denken. Noch standen treu die
Pferde an ihren Plätzen. Kleider, Pelz und Tasche waren schnell
zusammengerafft; mit dem Ankleiden wollte ich mich nicht aufhalten;
beeilten sich die Pferde wie auf der Herfahrt, sprang ich ja gewissermaßen
aus diesem Bett in meines. Gehorsam zog sich ein Pferd vom Fenster
zurück; ich warf den Ballen in den Wagen; der Pelz flog zu weit, nur mit
einem.Ärmel hielt er sich an einem Haken fest. Gut genug. Ich schwang
mich aufs Pferd. Die Riemen lose schleifend, ein Pferd kaum mit dem
andern verbunden, der Wagen irrend hinterher, den Pelz als letzter im
Schnee. »Munter!« sagte ich, aber munter ging`s nicht; langsam wie alte
Männer zogen wir durch die Schneewüste; lange klang hinter uns der neue,
aber irrtümliche Gesang der Kinder:

Freuet euch, ihr Patienten,
Der Arzt ist euch ins Bett gelegt!

Niemals komme ich so nach Hause; meine blühende Praxis ist verloren; ein
Nachfolger bestiehlt mich, aber ohne Nutzen, denn er kann mich nicht
ersetzen; in meinem Hause wütet der ekle Pferdeknecht; Rosa ist sein Opfer;
ich will es nicht ausdenken. Nackt, dem Froste dieses unglückseligsten
Zeitalters ausgesetzt, mit irdischem Wagen, unirdischen Pferden, treibe ich
alter Mann mich umher. Mein Pelz hängt hinten am Wagen, ich kann ihn
aber nicht erreichen, und keiner aus dem beweglichen Gesindel der
Patienten rührt den Finger. Betrogen! Betrogen! Einmal dem Fehlläuten der
Nachtglocke gefolgt - es ist niemals gutzumachen.

Declinación: el artículo

March 14th, 2007
Masculino Neutro Femenino Plural

Nominativo

Acusativo

Dativo

Genitivo

Der Mann

Den Mann

Dem Mann

Des Mannes

Das Kind

Das Kind

Dem Kind

Des Kindes

Die Frau

Die Frau

Der Frau

Der Frau

die Männer/Kinder/Frauen

die Männer/Kinder/Frauen

den Männern/Kindern/Frauen

der Männer/Kinder/Frauen

Masculino Neutro Femenino Plural

Nominativo

Acusativo

Dativo

Genitivo

ein Mann

einen Mann

einem Mann

eines Mannes

ein Kind

ein Kind

einem Kind

eines Kindes

eine Frau

eine Frau

einer Frau

einer Frau

No existe:

En alemán se utilizan
otras formas para el
artículo indeterminado
Por ejemplo: ein paar


Le jeu de l’amour et du hasard, Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux

March 7th, 2007
COMÉDIE EN TROIS ACTES

_Représentée pour la première fois par les Comédiens Italiens ordinaires
du Roi, le 23 janvier 1730._

ACTEURS.

M. ORGON.
MARIO.
SILVIA.[1]
DORANTE.
LISETTE, femme de chambre de Silvia.
ARLEQUIN,[2] valet de Dorante.
UN LAQUAIS.

* * * * *

_La scène est à Paris._

ACTE I

SCÈNE PREMIÈRE.

SILVIA, LISETTE.

SILVIA.

Mais, encore une fois, de quoi vous mêlez-vous? Pourquoi répondre de mes
sentiments?

LISETTE.

C’est que j’ai cru que, dans cette occasion-ci, vos sentiments
ressembleroient à ceux de tout le monde. Monsieur votre père me demande si
vous êtes bien aise qu’il vous marie, si vous en avez quelque joie. Moi,
je lui réponds qu’oui[3]; cela va tout de suite;[4] et il n’y a peut-être
que vous de fille[5] au monde pour qui ce _oui_-là ne soit pas vrai. Le
_non_ n’est pas naturel.

SILVIA.

Le non n’est pas naturel? Quelle sotte naïveté! Le mariage auroit donc de
grands charmes pour vous?

LISETTE.

Eh bien! c’est encore _oui_, par exemple.

SILVIA.

Taisez-vous; allez répondre vos impertinences ailleurs,[6] et sachez que
ce n’est pas à vous à juger[7] de mon coeur par le vôtre.

LISETTE.

Mon coeur est fait comme celui de tout le monde. De quoi le vôtre s’avise-
t-il de n’être fait comme celui de personne?

SILVIA.

Je vous dis que, si elle osoit, elle m’appellerait une originale.[8]

LISETTE.

Si j’étois votre égale, nous verrions.

SILVIA.

Vous travaillez à me fâcher. Lisette.

LISETTE.

Ce n’est pas mon dessein. Mais, dans le fond, voyons, quel mal ai-je fait
de dire à monsieur Orgon que vous étiez bien aise d’être mariée?

SILVIA.

Premièrement, c’est que tu n’as pas dit vrai: je ne m’ennuie pas d’être
fille.

LISETTE.

Cela est encore tout neuf.[9]

SILVIA.

C’est qu’il n’est pas nécessaire que mon père croie me faire tant de
plaisir en me mariant, parce que cela le fait agir avec une confiance qui
ne servira peut-être de rien.

LISETTE.

Quoi! vous n’épouserez pas celui qu’il vous destine?

SILVIA.

Que sais-je? Peut-être ne me conviendra-t-il point, et cela m’inquiète.

LISETTE.

On dit que votre futur est un des plus honnêtes hommes du monde; qu’il est
bien fait, aimable,[10] de bonne mine; qu’on ne peut pas avoir plus
d’esprit; qu’on ne sauroit être d’un meilleur caractère. Que voulez-vous
de plus? Peut-on se figurer de mariage plus doux, d’union[11] plus
délicieuse?[12]

SILVIA.

Délicieuse? Que tu es folle, avec tes expressions!

LISETTE.

Ma foi! Madame, c’est qu’il est heureux qu’un amant de cette espèce-là
veuille se marier dans les formes;[13] il n’y a presque point de fille,
s’il lui faisoit la cour, qui ne fût en danger de l’épouser sans
cérémonie. Aimable, bien fait, voilà de quoi vivre[14] pour l’amour;
sociable et spirituel, voilà pour l’entretien de la société. Pardi![15]
tout en sera bon[16] dans cet homme-là; l’utile et l’agréable, tout s’y
trouve.[17]

SILVIA.

Oui, dans le portrait que tu en fais, et on dit qu’il y ressemble; mais
c’est un on dit, et je pourrais bien n’être pas de ce sentiment-là, moi.
Il est bel homme, dit-on, et c’est presque tant pis.

LISETTE.

Tant pis! tant pis! mais voilà une pensée bien hétéroclite![18]

SILVIA.

C’est une pensée de très bon sens.[19] Volontiers un bel homme est fat; je
l’ai remarqué.

LISETTE.

Oh! il a tort d’être fat, mais il a raison d’être beau.

SILVIA.

On ajoute qu’il est bien fait; passe.[20]

LISETTE.

Oui-da,[21] cela est pardonnable.

SILVIA.

De beauté[22] et de bonne mine, je l’en dispense; ce sont là des agréments
superflus.

LISETTE.

Vertuchoux![23] si je me marie jamais, ce superflu-là sera mon
nécessaire.[24]

SILVIA.

Tu ne sais ce que tu dis. Dans le mariage, on a plus souvent affaire à
l’homme raisonnable qu’à l’aimable homme: en un mot, je ne lui demande
qu’un bon caractère, et cela est plus difficile à trouver qu’on ne pense.
On loue beaucoup le sien; mais qui est-ce qui a vécu avec lui? Les hommes
ne se contrefont-ils[25] pas, surtout quand ils ont de l’esprit? N’en ai-
je pas vu, moi, qui paroissoient, avec leurs amis, les meilleures gens du
monde? C’est la douceur, la raison, l’enjouement même; il n’y a pas
jusqu’à leur physionomie qui ne soit garante de toutes les bonnes qualités
qu’on leur trouve. Monsieur un tel a l’air d’un galant homme, d’un homme
bien raisonnable, disoit-on tous les jours d’Ergaste. Aussi l’est-il[26]
répondoit-on; je l’ai répondu moi-même. Sa physionomie ne vous ment pas
d’un mot.[27] Oui, fiez-vous y à cette physionomie si douce, si
prévenante, qui disparoit un quart d’heure après, pour faire place à un
visage sombre, brutal, farouche, qui devient l’effroi de toute une maison.
Ergaste s’est marié; sa femme, ses enfants, son domestique, ne lui
connoissent encore que ce visage-là, pendant qu’il promène partout
ailleurs cette physionomie si aimable que nous lui voyons, et qui n’est
qu’un masque qu’il prend au sortir de chez lui.

LISETTE.

Quel fantasque avec ses deux visages!

SILVIA.

N’est-on pas content de Léandre, quand on le voit? Eh bien! chez lui,
c’est un homme qui ne dit mot, qui ne rit ni qui ne gronde:[28] c’est une
âme[29] glacée, solitaire, inaccessible. Sa femme ne la connoît point, n’a
point de commerce avec elle; elle n’est mariée qu’avec une figure qui sort
d’un cabinet, qui vient à table, et qui fait expirer de langueur, de froid
et d’ennui tout ce qui l’environne. N’est-ce pas là un mari bien amusant?

LISETTE.

Je gèle au récit que vous m’en faites. Mais Tersandre, par exemple?

SILVIA.

Oui, Tersandre! il venoit l’autre jour de s’emporter contre sa femme.
J’arrive, on m’annonce: je vois un homme qui vient à moi les bras ouverts,
d’un air serein, dégagé; vous auriez dit qu’il sortait de la conversation
la plus badine; sa bouche et ses yeux rioient encore. Le fourbe! Voilà ce
que c’est que les hommes. Qui est-ce qui croit que sa femme est à plaindre
avec lui? Je la trouvai toute abattue, le teint plombé, avec des yeux qui
venoient de pleurer; je la trouvai comme je serai peut-être: voilà mon
portrait à venir; je vais du moins risquer d’en être une copie. Elle me
fit pitié, Lisette; si j’allois te faire pitié aussi? Cela est terrible!
qu’en dis-tu? Songe à ce que c’est qu’un mari.

LISETTE.

Un mari? c’est un mari. Vous ne deviez pas finir par ce mot-là; il me
raccommode avec tout le reste.[30]

SCÈNE II.

M, ORGON, SILVIA, LISETTE.

M. ORGON.

Eh! bonjour, ma fille. La nouvelle que je viens t’annoncer te fera-t-elle
plaisir? Ton prétendu arrive aujourd’hui; son père me l’apprend par cette
lettre-ci. Tu ne me réponds rien; tu me parois triste. Lisette de son côté
baisse les yeux. Qu’est-ce que cela signifie? Parle donc, toi; de quoi
s’agit-il?

LISETTE.

Monsieur, un visage qui fait trembler, un autre qui fait mourir de froid,
une âme gelée qui se tient à l’écart; et puis le portrait d’une femme qui
a le visage abattu, un teint plombé, des yeux bouffis et qui viennent de
pleurer; voilà, Monsieur, tout ce que nous considérons avec tant de
recueillement.

M. ORGON.

Que veut dire ce galimatias? Une âme, un portrait! Explique-toi donc: je
n’y entends rien.

SILVIA.

C’est que j’entretenois Lisette du malheur d’une femme maltraitée par son
mari; je lui citois celle de Tersandre, que je trouvai l’autre jour fort
abattue, parce que son mari venoit de la quereller; et je faisois là-
dessus mes réflexions.

LISETTE.

Oui, nous parlions d’une physionomie qui va et qui vient; nous disions
qu’un mari porte un masque avec le monde, et une grimace[31] avec sa
femme.

M. ORGON.

De tout cela,[32] ma fille, je comprends que le mariage t’alarme, d’autant
plus que tu ne connois point Dorante.

LISETTE.

Premièrement, il est beau; et c’est presque tant pis.

M. ORGON.

Tant pis! Rêves-tu, avec ton tant pis?

LISETTE.

Moi, je dis ce qu’on m’apprend: c’est la doctrine de Madame; j’étudie sous
elle.

M. ORGON.

Allons, allons, il n’est pas question de tout cela. Tiens, ma chère
enfant, tu sais combien je t’aime. Dorante vient pour t’épouser. Dans le
dernier voyage que je fis en province, j’arrêtai ce mariage-là avec son
père, qui est mon intime et mon ancien ami; mais ce fut à condition
que[33] vous vous plairiez à tous deux et que vous auriez entière liberté
de vous expliquer là-dessus. Je te défends toute complaisance à mon égard.
Si Dorante ne te convient point, tu n’as qu’à le dire, et il repart; si tu
ne lui convenois pas, il repart de même,

LISETTE.

Un _duo_ de tendresse en décidera, comme à l’Opéra: «Vous me voulez, je
vous veux; vite un notaire[34]!» ou bien: «M’aimez-vous? non; ni moi non
plus, vite à cheval!»

M. ORGON.

Pour moi, je n’ai jamais vu Dorante: il étoit absent quand j’étois chez
son père; mais, sur tout le bien[35] qu’on m’en a dit, je ne saurois
craindre que vous vous remerciiez[36] ni l’un ni l’autre.

SILVIA.

Je suis pénétrée de vos bontés, mon père. Vous me défendez toute
complaisance, et je vous obéirai.

M. ORGON.

Je te l’ordonne.

SILVIA.

Mais, si j’osois, je vous proposerois, sur une idée qui me vient, de
m’accorder une grâce qui me tranquilliseroit tout à fait.

M. ORGON.

Parle … Si la chose est faisable, je te l’accorde.

SILVIA.

Elle est très faisable; mais je crains que ce ne soit abuser de vos
bontés.

M. ORGON.

Eh bien! abuse. Va, dans ce monde, il faut être un peu trop bon pour
l’être assez.

LISETTE.

Il n’y a que le meilleur de tous les hommes qui puisse dire cela.

M. ORGON.

Explique-toi, ma fille.

SILVIA.

Dorante arrive ici aujourd’hui…. Si je pouvois le voir, l’examiner un
peu sans qu’il me connût! Lisette a de l’esprit, Monsieur; elle pourroit
prendre ma place pour un peu de temps, et je prendrois la sienne.

M. ORGON, _à part_.

Son idée est plaisante.[37] (_Haut_.) Laisse-moi rêver un peu à ce que tu
me dis là. (_A part_.) Si je la laisse faire, il doit arriver quelque
chose de bien singulier. Elle ne s’y attend pas elle-même…. (_Haut_.)
Soit, ma fille, je te permets le déguisement. Es-tu bien sûre de soutenir
le tien, Lisette?

LISETTE.

Moi, Monsieur? Vous savez qui je suis; essayez de m’en conter,[38] et
manquez de respect, si vous l’osez, à cette contenance-ci. Voilà un
échantillon des bons airs[39] avec lesquels je vous attends. Qu’en dites-
vous? Hem? retrouvez-vous Lisette?

M. ORGON.

Comment donc! je m’y trompe actuellement moi-même. Mais il n’y a point de
temps à perdre: va t’ajuster suivant ton rôle. Dorante peut nous
surprendre. Hâtez-vous, et qu’on donne le mot à toute la maison.

SILVIA.

Il ne me faut presque qu’un tablier.[40]

LISETTE.

Et moi, je vais à ma toilette. Venez m’y coiffer, Lisette, pour vous
accoutumer à vos fonctions…. Un peu d’attention à votre service, s’il
vous plaît.

SILVIA.

Vous serez contente, marquise. Marchons!

SCÈNE III.

MARIO, M. ORGON, SILVIA.

MARIO.

Ma soeur, je te félicite de la nouvelle que j’apprends…. Nous allons
voir ton amant, dit-on.

SILVIA.

Oui, mon frère, mais je n’ai pas le temps de m’arrêter: j’ai des affaires
sérieuses, et mon père vous les dira. Je vous quitte.

SCÈNE IV.

M. ORGON, MARIO.

M. ORGON.

Ne l’amusez pas,[41] Mario; venez, vous saurez de quoi il s’agit.

MARIO.

Qu’y a-t-il de nouveau, Monsieur?

M. ORGON.

Je commence par vous recommander d’être discret sur ce que je vais vous
dire, au moins.

MARIO.

Je suivrai vos ordres.

M. ORGON.

Nous verrons Dorante aujourd’hui; mais nous ne le verrons que déguisé.

MARIO.

Déguisé! Viendra-t-il en partie de masque?[42] lui donnerez-vous le bal?

M. ORGON.

Écoutez l’article[43] de la lettre du père. Hum!… _Je ne sais, au reste,
ce que vous penserez d’une imagination[44] qui est venue à mon fils: elle
est bizarre, il en convient lui-même; mais le motif est pardonnable et
même délicat: c’est qu’il m’a prié de lui permettre de n’arriver d’abord
chez vous que sous la figure[45] de son valet, qui, de son côté, fera le
personnage de son maître.

MARIO.

Ah! ah! cela sera plaisant.[46]

M. ORGON.

Écoutez le reste: _Mon fils sait combien l’engagement qu’il va prendre est
sérieux, et il espère, dit-il, sous ce déguisement de peu de durée, saisir
quelques traits du caractère de notre future[47] et la mieux connaître,
pour se régler ensuite sur ce qu’il doit faire, suivant la liberté que
nous sommes convenus de leur laisser. Pour moi, qui m’en fie bien à ce que
vous m’avez dit de votre aimable fille, j’ai consenti à tout, en prenant
la précaution de vous avertir, quoiqu’il m’ait demandé le secret de votre
côté. Vous en userez là-dessus avec la future comme vous le jugerez à
propos…._ Voilà ce que le père m’écrit. Ce n’est pas le tout;[48] voici
ce qui arrive: c’est que votre soeur, inquiète de son côté sur le
chapitre[49] de Dorante, dont elle ignore le secret, m’a demandé de jouer
ici la même comédie, et cela, précisément pour observer Dorante, comme
Dorante veut l’observer. Qu’en dites-vous? Savez-vous rien de plus
particulier que cela? Actuellement la maîtresse et la suivante se
travestissent. Que me conseillez-vous, Mario? Avertirai-je votre soeur, ou
non?

MARIO.

Ma foi, Monsieur, puisque les choses prennent ce train-là, je ne voudrois
pas les déranger, et je respecterois l’idée qui leur est inspirée[50] à
l’un et à l’autre. Il faudra bien qu’ils se parlent souvent tous deux sous
ce déguisement. Voyons si leur coeur ne les avertiroit[51] pas de ce
qu’ils valent. Peut-être que Dorante prendra du goût pour ma soeur, toute
soubrette qu’elle sera, et cela seroit charmant pour elle.

M. ORGON.

Nous verrons un peu comment elle se tirera d’intrigue.[52]

MARIO.

C’est une aventure qui ne sauroit manquer de nous divertir. Je veux me
trouver au début et les agacer[53] tous deux.

SCÈNE V.

SILVIA, M. ORGON, MARIO.

SILVIA.

Me voilà, Monsieur: ai-je mauvaise grâce en femme de chambre? Et vous, mon
frère, vous savez de quoi il s’agit, apparemment… Comment me trouvez-
vous?

MARIO.

Ma foi, ma soeur, c’est autant de pris que le valet;[54] mais tu pourrois
bien aussi escamoter Dorante à ta maîtresse.

SILVIA.

Franchement, je ne haïrois pas de lui plaire sous le personnage que je
joue; je ne serois pas fâchée de subjuguer sa raison, de l’étourdir[55] un
peu sur la distance qu’il y aura de lui à moi. Si mes charmes font ce
coup-là, ils me feront plaisir; je les estimerai. D’ailleurs, cela
m’aiderait à déméler Dorante. A l’égard de son valet, je ne crains pas ses
soupirs; ils n’oseront m’aborder; il y aura quelque chose dans ma
physionomie qui inspirera plus de respect que d’amour à ce faquin-là.

MARIO.

Allons, doucement, ma soeur: ce faquin-là sera votre égal…

M. ORGON.

Et ne manquera pas de t’aimer.

SILVIA.

Eh bien! l’honneur de lui plaire ne me sera pas inutile. Les valets sont
naturellement indiscrets; l’amour est babillard, et j’en ferai l’historien
de son maître.

UN VALET.

Monsieur, il vient d’arriver un domestique qui demande à vous parler; il
est suivi d’un crocheteur[56] qui porte une valise.

M. ORGON.

Qu’il entre: c’est sans doute le valet de Dorante. Son maître peut être
resté au bureau pour affaires. Où est Lisette?

SILVIA.

Lisette s’habille, et dans son miroir[57] nous trouve très imprudents
de lui livrer Dorante; elle aura bientôt fait.

M. ORGON.
Doucement! on vient.

SCENE VI.

DORANTE _en valet_, M. ORGON, SILVIA, MARIO.

DORANTE.

Je cherche M. Orgon: n’est-ce pas à lui que j’ai l’honneur de faire la
révérence?

M. ORGON.

Oui, mon ami, c’est à lui-même.

DORANTE.

Monsieur, vous avez sans doute reçu de nos nouvelles; j’appartiens à
monsieur Dorante, qui me suit, et qui m’envoie toujours[58] devant, vous
assurer de ses respects, en attendant qu’il vous en assure lui-même.

M. ORGON.

Tu fais ta commission de fort bonne grâce. Lisette, que dis-tu de ce
garçon-là?

SILVIA.

Moi, Monsieur, je dis qu’il est bien venu,[59] et qu’il promet.

DORANTE.

Vous avez bien de la bonté; je fais du mieux qu’il m’est possible.

MARIO.

Il n’est pas mal tourné, au moins: ton coeur n’a qu’à se bien tenir,[60]
Lisette.

SILVIA.

Mon coeur! c’est bien des affaires.[61]

DORANTE.

Ne vous fâchez pas, Mademoiselle; ce que dit Monsieur ne m’en fait point
accroire.[62]

SILVIA.

Cette modestie-là me plaît; continuez de même.

MARIO.

Fort bien! Mais il me semble que ce nom de Mademoiselle qu’il te donne est
bien sérieux.[63] Entre gens comme vous, le style des compliments ne doit
pas être si grave; vous seriez toujours sur le qui-vive:[64] allons,
traitez-vous plus commodément.[65] Tu as nom[66] Lisette; et toi, mon
garçon, comment t’appelles-tu?

DORANTE.

Bourguignon, Monsieur, pour vous servir.

SILVIA.

Eh bien! Bourguignon, soit.

DORANTE.

Va donc pour Lisette;[67] je n’en serai pas moins votre serviteur.

MARIO.

Votre serviteur! Ce n’est point encore là votre jargon: c’est «ton
serviteur» qu’il faut dire.

M. ORGON.

Ah! ah! ah! ah!

SILVIA, _bas à Mario_.

Vous me jouez, mon frère.

DORANTE.

A l’égard du tutoiement, j’attends les ordres de Lisette.

SILVIA.

Fais comme tu voudras, Bourguignon; voilà la glace rompue, puisque cela
divertit ces messieurs.

DORANTE.

Je t’en remercie, Lisette; et je réponds sur le champ à l’honneur que tu
me fais.

M. ORGON.

Courage, mes enfants! Si vous commencez à vous aimer vous voilà
débarrassés des cérémonies.

MARIO.

Oh! doucement! S’aimer, c’est une autre affaire: vous ne savez peut-être
pas que j’en veux au coeur de Lisette,[68] moi qui vous parle. 11 est vrai
qu’il m’est cruel; mais je ne veux pas que Bourguignon aille sur mes
brisées.[69]

SILVIA.

Oui! le prenez-vous sur ce ton-là? Et moi, je veux que Bourguignon m’aime.

DORANTE.

Tu te fais tort de dire «je veux,» belle Lisette; tu n’as pas besoin
d’ordonner pour être servie.

MARIO.

Monsieur Bourguignon, vous avez pillé cette galanterie-là quelque part.

DORANTE.

Vous avez raison, Monsieur, c’est dans ses yeux que je l’ai prise.

MARIO.

Tais-toi, c’est encore pis: je te défends d’avoir tant d’esprit.

SILVIA.

Il ne l’a pas à vos dépens, et, s’il en trouve dans mes yeux, il n’a qu’à
prendre.

M. ORGON.

Mon fils, vous perdrez votre procès;[70] retirons-nous. Dorante va venir,
allons le dire à ma fille; et vous, Lisette, montrez à ce garçon
l’appartement de son maître. Adieu, Bourguignon.

DORANTE.

Monsieur, vous me faites trop d’honneur.

SCÈNE VII.

SILVIA, DORANTE.

SILVIA, _à part_.

Ils se donnent la comédie;[71] n’importe, mettons tout à profit. Ce
garçon-ci n’est pas sot, et je ne plains pas la soubrette qui l’aura.[72]
II va m’en conter:[73] laissons-le dire, pourvu qu’il m’instruise.

DORANTE, _à part_.

Cette fille-ci m’étonne! Il n’y a point de femme au monde à qui sa
physionomie ne fît honneur: lions connoissance avec elle…. (_Haut_.)
Puisque nous sommes dans le style amical,[74] et que nous avons abjuré les
façons, dis-moi, Lisette, ta maîtresse te vaut-elle? Elle est bien hardie
d’oser avoir une femme de chambre comme toi!

SILVIA.

Bourguignon, cette question-là m’annonce que, suivant la coutume, tu
arrives avec l’intention de me dire des douceurs: n’est-il pas vrai?

DORANTE.

Ma foi, je n’étois pas venu dans ce dessein-là, je te l’avoue; tout valet
que je suis, je n’ai jamais eu de grande liaison avec les soubrettes: je
n’aime pas l’esprit domestique; mais, à ton égard, c’est une autre
affaire. Comment donc! tu me soumets; je suis presque timide; ma
familiarité n’oseroit s’apprivoiser avec toi; j’ai toujours envie d’ôter
mon chapeau[75] de dessus ma tête, et, quand je te tutoie, il me semble
que je joue:[76] enfin j’ai un penchant à te traiter avec des respects qui
te feroient rire. Quelle espèce de suivante es-tu donc, avec ton air de
princesse?

SILVIA.

Tiens, tout ce que tu dis avoir senti en me voyant est précisément
l’histoire de tous les valets qui m’ont vue.

DORANTE.

Ma foi, je ne serois pas surpris quand ce seroit aussi l’histoire de tous
les maîtres.

SILVIA.

Le trait est joli, assurément; mais, je te le répète encore, je ne suis
pas faite aux cajoleries de ceux dont la garde-robe ressemble à la tienne.

DORANTE.

C’est-à-dire que ma parure ne te plaît pas?

SILVIA.

Non, Bourguignon; laissons-la l’amour, et soyons bons amis.

DORANTE.

Rien que cela? Ton petit traité n’est composé que de deux clauses
impossibles.

SILVIA, _à part_.

Quel homme pour un valet! (_Haut_.) Il faut pourtant qu’il s’exécute; on
m’a prédit que je n’épouserai jamais qu’un homme de condition, et j’ai
juré depuis de n’en écouter jamais d’autres.

DORANTE.

Parbleu! cela est plaisant![77] Ce que tu as juré pour homme, je l’ai juré
pour femme, moi: j’ai fait serment de n’aimer sérieusement qu’une fille de
condition.

SILVIA.

Ne t’écarte donc pas de ton projet.

DORANTE.

Je ne m’en écarte peut-être pas tant que nous le croyons: tu as l’air bien
distingué, et l’on est quelquefois fille de condition sans le savoir.

SILVIA.

Ah! ha! ha! Je te remercierois de ton éloge si ma mère n’en faisoit pas
les frais.

DORANTE.

Eh bien! venge-t-en sur la mienne, si tu me trouves assez bonne mine pour
cela.

SILVIA, _à part_.

Il le mériteroit. (_Haut_.) Mais ce n’est pas là de quoi il est question:
trêve de badinage. C’est un homme de condition qui m’est prédit pour
époux, et je n’en rabattrai rien.

DORANTE.

Parbleu! si j’étois tel, la prédiction me menacerait; j’aurois peur de la
vérifier. Je n’ai pas de foi à l’astrologie, mais j’en ai beaucoup à ton
visage.

SILVIA, _à part_.

Il ne tarit point. (_Haut_.) Finiras-tu? Que t’importe la prédiction,
puisqu’elle t’exclut?

DORANTE.

Elle n’a pas prédit que je ne t’aimerois point.

SILVIA.

Non, mais elle a dit que tu n’y gagnerois rien; et moi, je te le confirme.

DORANTE.

Tu fais fort bien, Lisette: cette fierté-là te va à merveille, et,
quoiqu’elle me fasse mon procès,[78] je suis pourtant bien aise de te la
voir; je te l’ai souhaitée d’abord que[79] je t’ai vue: il te falloit
encore cette grâce-là, et je me console d’y perdre, parce que tu y gagnes.

SILVIA, _à part_.

Mais, en vérité, voilà un garçon qui me surprend, malgré que j’en
aie…[80] (_Haut._) Dis-moi, qui es-tu, toi qui me parles ainsi?

DORANTE.

Le fils d’honnêtes gens qui n’étoient pas riches.

SILVIA.

Va, je te souhaite de bon coeur une meilleure situation que la tienne, et
je voudrois pouvoir y contribuer; la fortune a tort avec toi.[81]

DORANTE.

Ma foi! l’amour a plus de tort[82] qu’elle: j’aimerois mieux qu’il me fût
permis de te demander ton coeur que d’avoir tous les biens du monde.

SILVIA, _à part_.

Nous voilà, grâce au Ciel, en conversation réglée. (_Haut_.) Bourguignon,
je ne saurois me fâcher des discours que tu me tiens; mais, je t’en prie,
changeons d’entretien. Venons à ton maître. Tu peux te passer de me parler
d’amour, je pense?

DORANTE.

Tu pourrais bien te passer de m’en faire sentir, toi.

SILVIA.

Ahi! je me fâcherai; tu m’impatientes. Encore une fois, laisse là ton
amour.

DORANTE.

Quitte donc ta figure.

SILVIA, _à part_.

A la fin, je crois qu’il m’amuse…[83] (_Haut_.) Eh bien! Bourguignon, tu
ne veux donc pas finir? Faudra-t-il que je te quitte? (_A part_.) Je
devrois déjà l’avoir fait.

DORANTE.

Attends, Lisette, je voulois moi-même te parler d’autre chose; mais je ne
sais plus ce que c’est.

SILVIA.

J’avois de mon côté quelque chose à te dire, mais tu m’as fait perdre mes
idées aussi, à moi.

DORANTE.

Je me rappelle de[84] t’avoir demandé si ta maîtresse te valoit.

SILVIA.

Tu reviens à ton chemin par un détour: adieu.

DORANTE.

Et non, te dis-je, Lisette; il ne s’agit ici que de mon maître.

SILVIA.

Eh bien! soit: je voulois te parler de lui aussi, et j’espère que tu
voudras bien me dire confidemment[85] ce qu’il est. Ton attachement pour
lui m’en donne bonne opinion: il faut qu’il ait du mérite, puisque tu le
sers.

DORANTE.

Tu me permettras peut-être bien de te remercier de ce que tu me dis là,
par exemple?

SILVIA.

Veux-tu bien ne prendre pas garde[86] à l’imprudence que j’ai eue de le
dire?

DORANTE.

Voilà encore de ces réponses qui m’emportent! Fais comme tu voudras, je
n’y résiste point, et je suis bien malheureux de me trouver arrêté par
tout ce qu’il y a de plus aimable au monde.

SILVIA.

Et moi je voudrois bien savoir comment il se fait que j’ai la bonté de
t’écouter, car, assurément, cela est singulier!

DORANTE.

Tu as raison, notre aventure est unique.

SILVIA, _à part_.

Malgré tout ce qu’il m’a dit, je ne suis point partie, je ne pars point,
me voilà encore, et je réponds! En vérité, cela passe la raillerie.
(_Haut_.) Adieu.

DORANTE.

Achevons donc ce que nous voulions dire.

SILVIA.

Adieu, te dis-je; plus de quartier. Quand ton maître sera venu, je
tâcherai, en faveur de[87] ma maîtresse, de le connoître par moi-même,
s’il en vaut la peine. En attendant, tu vois cet appartement: c’est le
vôtre.

DORANTE.

Tiens! voici mon maître.

SCÈNE VIII.

DORANTE, SILVIA, ARLEQUIN.

ARLEQUIN.

Ah! te voilà, Bourguignon? Mon porte-manteau[88] et toi, avez-vous été
bien reçus ici?

DORANTE.

Il n’étoit pas possible qu’on nous reçût mal, Monsieur.

ARLEQUIN.

Un domestique là-bas m’a dit d’entrer ici, et qu’on alloit avertir mon
beau-père, qui étoit avec ma femme.

SILVIA.

Vous voulez dire monsieur Orgon et sa fille, sans doute, Monsieur?

ARLEQUIN.

Et oui, mon beau-père et ma femme, autant vaut.[89] Je viens pour épouser,
et ils m’attendent pour être mariés; cela est convenu; il ne manque plus
que la cérémonie, qui est une bagatelle.

SILVIA.

C’est une bagatelle qui vaut bien la peine qu’on y pense.

ARLEQUIN.

Oui; mais, quand on y a pensé, on n’y pense plus.

SILVIA, _bas à Dorante_.

Bourguignon, on est homme de mérite à bon marché chez vous, ce me semble.

ARLEQUIN.

Que dites-vous là à mon valet, la belle?[90]

SILVIA.

Rien: je lui dis seulement que je vais faire descendre[91] monsieur Orgon.

ARLEQUIN.

Et pourquoi ne pas dire mon beau-père, comme moi?

SILVIA.

C’est qu’il ne l’est pas encore.

DORANTE.

Elle a raison, Monsieur: le mariage n’est pas fait.

ARLEQUIN.

Eh bien! me voilà pour le faire.

DORANTE.

Attendez donc qu’il soit fait.

ARLEQUIN.

Pardi! voilà bien des façons pour un beau-père de la veille ou du
lendemain![92]

SILVIA.

En effet, quelle si grande différence y a-t-il entre être mariée ou ne
l’être pas? Oui, Monsieur, nous avons tort, et je cours informer votre
beau-père de votre arrivée.

ARLEQUIN.

Et ma femme aussi, je vous prie. Mais, avant que de[93] partir, dites-moi
une chose: vous qui êtes si jolie, n’êtes-vous pas la soubrette de
l’hôtel?[94]

SILVIA.

Vous l’avez dit.

ARLEQUIN.

C’est fort bien fait; je m’en réjouis. Croyez-vous que je plaise ici?
Comment me trouvez-vous?

SILVIA.

Je vous trouve … plaisant[95].

ARLEQUIN.

Bon, tant mieux; entretenez-vous dans ce sentiment-là, il pourra trouver
sa place.

SILVIA.

Vous êtes bien modeste de vous en contenter. Mais je vous quitte; il faut
qu’on ait oublié d’avertir votre beau-père, car assurément il seroit venu;
et j’y vais.

ARLEQUIN.

Dites-lui que je l’attends avec affection.

SILVIA, _à part_.

Que le sort est bizarre! Aucun de ces deux hommes n’est à sa place.

SCÈNE IX.

DORANTE, ARLEQUIN.

ARLEQUIN.

Eh bien! Monsieur, mon commencement va bien: je plais déjà à la soubrette.

DORANTE.

Butor que tu es!

ARLEQUIN.

Pourquoi donc? Mon entrée est si gentille!

DORANTE.

Tu m’avois tant promis de laisser là tes façons de parler sottes et
triviales! Je t’avois donné de si bonnes instructions! Je ne t’avois
recommandé que d’être sérieux. Va, je vois bien que je suis un étourdi de
m’en être fié à toi.[96]

ARLEQUIN.

Je ferai encore mieux dans les suites,[97] et, puisque le sérieux n’est
pas suffisant, je donnerai du mélancolique;[98] je pleurerai, s’il le
faut.

DORANTE.

Je ne sais plus où j’en suis; cette aventure-ci m’étourdit. Que faut-il
que je fasse?

ARLEQUIN.

Est-ce que la fille n’est pas plaisante?[99]

DORANTE.

Tais-toi; voici monsieur Orgon qui vient.

SCÈNE X.

M. ORGON, DORANTE, ARLEQUIN.

M. ORGON.

Mon cher Monsieur, je vous demande mille pardons de vous avoir fait
attendre; mais ce n’est que de cet instant[100] que j’apprends que vous
êtes ici.

ARLEQUIN.

Monsieur, mille pardons, c’est beaucoup trop, et il n’en faut qu’un quand
on n’a fait qu’une faute: au surplus, tous mes pardons sont à votre
service.

M. ORGON.

Je tâcherai de n’en avoir pas besoin.

ARLEQUIN.

Vous êtes le maître, et moi votre serviteur.

M. ORGON.

Je suis, je vous assure, charmé de vous voir, et je vous attendois avec
impatience.

ARLEQUIN.

Je serois d’abord venu ici avec Bourguignon; mais, quand on arrive de
voyage, vous savez qu’on est si mal bâti![101] et j’étois bien aise de me
présenter dans un état plus ragoûtant.[102]

M. ORGON.

Vous y avez fort bien réussi. Ma fille s’habille; elle a été un peu
indisposée. En attendant qu’elle descende, voulez-vous vous rafraîchir?

ARLEQUIN.

Oh! je n’ai jamais refusé de trinquer[103] avec personne.

M. ORGON.

Bourguignon, ayez soin de vous, mon garçon.

ARLEQUIN.

Le gaillard est gourmet: il boira du meilleur.

M. ORGON.

Qu’il ne l’épargne pas.

ACTE II.

SCÈNE PREMIÈRE.

LISETTE, M. ORGON.

M. ORGON.

Eh bien! que me veux-tu, Lisette?

LISETTE.

J’ai à vous entretenir un moment.

M. ORGON.

De quoi s’agit-il?

LISETTE.

De vous dire l’état où sont les choses, parce qu’il est important
que vous en soyez éclairci, afin que vous n’ayez point à vous plaindre de
moi.

M. ORGON.

Ceci est donc bien sérieux?

LISETTE.

Oui, très sérieux. Vous avez consenti au déguisement de mademoiselle
Silvia; moi-même je l’ai trouvé d’abord sans conséquence, mais je me suis
trompée.

M. ORGON.

Et de quelle conséquence est-il donc?

LISETTE.

Monsieur, on a de la peine à se louer soi-même; mais, malgré toutes les
règles de la modestie, il faut pourtant que je vous dise que, si vous ne
mettez ordre[104] à ce qui arrive, votre prétendu gendre[105] n’aura plus
de coeur à donner à mademoiselle votre fille. Il est temps qu’elle se
déclare, cela presse: car, un jour plus tard, je n’en réponds plus.

M. ORGON.

Eh! d’où vient qu’il ne voudra plus de ma fille? Quand il la connoîtra, te
défies-tu de ses charmes?

LISETTE.

Non; mais vous ne vous méfiez pas assez des miens. Je vous avertis qu’ils
vont leur train,[106] et que je ne vous conseille pas de les laisser
faire.

M. ORGON.

Je vous en fais mes compliments Lisette. (_Il rit_.) Ah! ah! ah!

LISETTE.

Nous y voilà:[107] vous plaisantez, Monsieur, vous vous moquez de moi.
J’en suis fâchée, car vous y serez pris.

M. ORGON.

Ne t’en embarrasse pas, Lisette; va ton chemin.

LISETTE.

Je vous le répète encore, le coeur de Dorante va bien vite. Tenez,
actuellement je lui plais beaucoup, ce soir il m’aimera, il m’adorera
demain. Je ne le mérite pas, il est de mauvais goût,[108] vous en direz ce
qu’il vous plaira; mais cela ne laissera pas que d’être.[109] Voyez-vous,
demain je me garantis adorée.

M. ORGON.

Eh bien! que vous importe? S’il vous aime tant, qu’il vous épouse.

LISETTE.

Quoi! vous ne l’en empêcheriez pas?

M. ORGON.

Non, d’homme d’honneur,[110] si tu le mènes jusque là.

LISETTE.

Monsieur, prenez-y garde. Jusqu’ici je n’ai pas aidé à mes appâts, je les
ai laissé faire tout seuls, j’ai ménagé sa tête:[111] si je m’en mêle, je
la renverse, il n’y aura plus de remède.

M. ORGON.

Renverse, ravage, brûle, enfin épouse, je te le permets, si tu le peux.

LISETTE.

Sur ce pied-là, je compte ma fortune faite.

M. ORGON.

Mais, dis-moi, ma fille t’a-t-elle parlé? Que pense-t-elle de son
prétendu?

LISETTE.

Nous n’avons encore guère trouvé le moment[112] de nous parler, car ce
prétendu m’obsède; mais, à vue de pays,[113] je ne la crois pas contente;
je la trouve triste, rêveuse, et je m’attends bien qu’elle me priera de le
rebuter.

M. ORGON.

Et moi, je te le défends. J’évite de m’expliquer avec elle; j’ai mes
raisons pour faire durer ce déguisement: je veux qu’elle examine son futur
plus à loisir. Mais le valet, comment se gouberne-t-il? ne se mêle-t-il
pas d’aimer ma fille?

LISETTE.

C’est un original: j’ai remarqué qu’il fait l’homme de conséquence avec
elle, parce qu’il est bien fait;[114] il la regarde, et soupire.

M. ORGON.

Et cela la fâche.

LISETTE.

Mais… elle rougit.

M. ORGON.

Bon, tu te trompes: les regards d’un valet ne l’embarrassent pas jusque
là.[115]

LISETTE.

Monsieur, elle rougit.

M. ORGON.

C’est donc d’indignation.

LISETTE.

A la bonne heure.[116]

M. ORGON.

Eh bien! quand tu lui parleras, dis-lui que tu soupçonnes ce valet de la
prévenir contre son maître; et, si elle se fâche, ne t’en inquiète point:
ce sont mes affaires. Mais voici Dorante, qui te cherche apparemment.

SCENE II.

LISETTE, ARLEQUIN, M. ORGON.

ARLEQUIN.

Ah! je vous trouve, merveilleuse dame! je vous demandois à tout le monde.
Serviteur, cher beau-père, ou peu s’en faut.

M. ORGON.

Serviteur. Adieu, mes enfants: je vous laisse ensemble; il est bon que
vous vous aimiez un peu avant que de[117] vous marier.

ARLEQUIN.

Je ferois bien ces deux besognes-là à la fois, moi.

M. ORGON.

Point d’impatience. Adieu.

SCÈNE III.

LISETTE, ARLEQUIN.

ARLEQUIN.

Madame, il dit que je ne m’impatiente pas; il en parle bien à son aise, le
bonhomme!

LISETTE.

J’ai de la peine à croire qu’il vous en coûte tant d’attendre, Monsieur;
c’est par galanterie que vous faites l’impatient: à peine êtes-vous
arrivé. Votre amour ne sauroit être bien fort: ce n’est tout au plus qu’un
amour naissant.

ARLEQUIN.

Vous vous trompez, prodige de nos jours: un amour de votre façon[118] ne
reste pas longtemps au berceau; votre premier coup d’oeil a fait naître le
mien, le second lui a donné des forces, et le troisième l’a rendu grand
garçon. Tâchons de l’établir au plus vite; ayez soin de lui, puisque vous
êtes sa mère.

LISETTE.

Trouvez-vous qu’on le maltraite? est-il si abandonné?

ARLEQUIN.

En attendant qu’il soit pourvu, donnez-lui seulement votre belle main
blanche pour l’amuser un peu.

LISETTE.

Tenez donc, petit importun, puisqu’on ne sauroit avoir la paix qu’en vous
amusant.

ARLEQUIN, _lui baisant la main_.

Cher joujou de mon âme! cela me réjouit comme du vin délicieux. Quel
dommage de n’en avoir que roquille![119]

LISETTE.

Allons, arrêtez-vous; vous êtes trop avide.

ARLEQUIN.

Je ne demande qu’à me soutenir, en attendant que je vive.

LISETTE.

Ne faut-il pas avoir de la raison?

ARLEQUIN.

De la raison! Hélas! je l’ai perdue; vos beaux yeux sont les filous qui me
l’ont volée.

LISETTE.

Mais est-il possible que vous m’aimiez tant? Je ne saurois me le
persuader.

ARLEQUIN.

Je ne me soucie pas de ce qui est possible, moi, mais je vous aime comme
un perdu,[120] et vous verrez bien dans votre miroir que cela est juste.

LISETTE.

Mon miroir ne servirait qu’à me rendre plus incrédule.

ARLEQUIN.

Ah! mignonne, adorable! votre humilité ne seroit donc qu’une hypocrite!

LISETTE.

Quelqu’un vient à nous: c’est votre valet.

SCÈNE IV.

DORANTE, ARLEQUIN, LISETTE.

DORANTE.

Monsieur, pourrois-je vous entretenir un moment?

ARLEQUIN.

Non: maudite soit la valetaille[121] qui ne sauroit nous laisser en repos!

LISETTE.

Voyez ce qu’il vous veut, Monsieur.

DORANTE.

Je n’ai qu’un mot à vous dire.

ARLEQUIN.

Madame, s’il en dit deux, son congé sera[122] le troisième. Voyons!

DORANTE, _bas à Arlequin_.

Viens donc, impertinent![123]

ARLEQUIN, _bas à Dorante_.

Ce sont des injures, et non pas des mots, cela… (_A Lisette_) Ma reine,
excusez.

LISETTE.

Faites, faites.

DORANTE.

Débarrasse-moi de tout ceci.[124] Ne te livre point;[125] parois sérieux
et rêveur, et même mécontent: entends-tu?

ARLEQUIN.

Oui, mon ami; ne vous inquiétez pas, et retirez-vous.

SCÈNE V.

ARLEQUIN, LISETTE.

ARLEQUIN.

Ah! Madame! sans lui j’allois vous dire de belles choses, et je n’en
trouverai plus que de communes à cette heure, hormis mon amour, qui est
extraordinaire. Mais, à propos de mon amour, quand est-ce que le vôtre lui
tiendra compagnie?

LISETTE.

Il faut espérer que cela viendra.

ARLEQUIN.

Et croyez-vous que cela vienne?

LISETTE.

La question est vive:[126] savez-vous bien que vous m’embarrassez?

ARLEQUIN.

Que voulez-vous? je brûle, et je crie au feu.

LISETTE.

S’il m’étoit permis de m’expliquer si vite…

ARLEQUIN.

Je suis du sentiment que vous le pouvez en conscience.

LISETTE.

La retenue de mon sexe ne le veut pas.

ARLEQUIN.

Ce n’est donc pas la retenue d’à présent, qui donne bien
d’autres permissions.

LISETTE.

Mais que me demandez-vous?

ARLEQUIN.

Dites-moi un petit brin[127] que vous m’aimez. Tenez, je vous aime, moi.
Faites l’écho: répétez, Princesse.

LISETTE.

Quel insatiable! Eh bien! Monsieur, je vous aime.

ARLEQUIN.

Eh bien! Madame, je me meurs, mon bonheur me confond, j’ai peur d’en
courir les champs.[128] Vous m’aimez! cela est admirable!

LISETTE.

J’aurois lieu, à mon tour, d’être étonnée de la promptitude de votre
hommage. Peut-être m’aimerez-vous moins quand nous nous connoîtrons mieux.

ARLEQUIN.

Ah! Madame, quand nous en serons là, j’y perdrai beaucoup, il y aura bien
à décompter.[129]

LISETTE.

Vous me croyez plus de qualités que je n’en ai.

ARLEQUIN.

Et vous, Madame, vous ne savez pas les miennes, et je ne devrois vous
parler qu’à genoux.

LISETTE.

Souvenez-vous qu’on n’est pas les maîtres[130] de son sort.

ARLEQUIN.

Les pères et mères font tout à leur tête.[131]

LISETTE.

Pour moi, mon coeur vous auroit choisi, dans quelque état que vous eussiez
été.

ARLEQUIN.

Il a beau jeu[132] pour me choisir encore.

LISETTE.

Puis-je me flatter que vous êtes de même à mon égard?

ARLEQUIN.

Hélas! quand vous ne seriez que Perrette ou Margot,[133] quand je vous
aurois vue, le martinet à la main, descendre à la cave, vous auriez
toujours été ma princesse.

LISETTE.

Puissent de si beaux sentiments être durables!

ARLEQUIN.

Pour les fortifier de part et d’autre, jurons-nous de nous aimer toujours,
en dépit de toutes les fautes d’orthographe[134] que vous aurez faites sur
mon compte.

LISETTE.

J’ai plus d’intérêt à ce serment-là que vous, et je le fais de tout mon
coeur.

ARLEQUIN _se met à genoux_.

Votre bonté m’éblouit, et je me prosterne devant elle.

LISETTE.

Arrêtez-vous! Je ne saurais vous souffrir dans cette posture-là; je serois
ridicule de vous y laisser: levez-vous. Voilà encore quelqu’un.

SCÈNE VI.

LISETTE, ARLEQUIN, SILVIA.

LISETTE.

Que voulez-vous, Lisette?

SILVIA.

J’aurois à vous parler, Madame.

ARLEQUIN.

Ne voilà-t-il pas![135] Hé! ma mie,[136] revenez dans un quart d’heure,
allez: les femmes de chambre de mon pays n’entrent point qu’on ne les
appelle.[137]

SILVIA.

Monsieur, il faut que je parle à Madame.

ARLEQUIN.

Mais voyez l’opiniâtre soubrette! Reine de ma vie, renvoyez-la. Retournez-
vous en, ma fille; nous avons ordre de nous aimer avant qu’on nous marie;
n’interrompez point nos fonctions.

LISETTE.

Ne pouvez-vous pas revenir dans un moment, Lisette?

SILVIA.

Mais, Madame…

ARLEQUIN.

Mais, ce mais-là n’est bon qu’à me donner la fièvre.

SILVIA, _à part_.

Ah! le vilain homme! (_Haut_.) Madame, je vous assure que cela est pressé.

LISETTE.

Permettez donc que je m’en défasse, Monsieur.

ARLEQUIN.

Puisque le diable le veut,[138] et elle aussi… Patience… je me
promènerai en attendant qu’elle ait fait. Ah! Les sottes gens que nos
gens!

SCÈNE VII.

SILVIA, LISETTE.

SILVIA.

Je vous trouve admirable[139] de ne pas le renvoyer tout d’un coup et de
me faire essuyer les brutalités de cet animal-là!

LISETTE.

Pardi! Madame, je ne puis pas jouer deux rôles à la fois: il faut que je
paroisse ou la maîtresse ou la suivante, que j’obéisse ou que j’ordonne.

SILVIA.

Fort bien; mais, puisqu’il n’y est plus, écoutez-moi comme votre
maîtresse. Vous voyez bien que cet homme-là ne me convient point.

LISETTE.

Vous n’avez pas eu le temps de l’examiner beaucoup.

SILVIA.

Etes-vous folle, avec votre examen? Est-il nécessaire de le voir deux fois
pour juger du peu de convenance? En un mot, je n’en veux point.
Apparemment que mon père n’approuve pas la répugnance qu’il me voit, car
il me fuit et ne me dit mot. Dans cette conjoncture, c’est à vous à me
tirer tout doucement d’affaire en témoignant adroitement à ce jeune homme
que vous n’êtes pas dans le goût de l’épouser.

LISETTE.

Je ne saurois, Madame.

SILVIA.

Vous ne sauriez? Et qu’est-ce qui vous en empêche?

LISETTE.

Monsieur Orgon me l’a défendu.

SILVIA.

Il vous l’a défendu! Mais je ne reconnois point mon père à ce procédé-là!

LISETTE.

Positivement défendu.

SILVIA.

Eh bien! je vous charge de lui dire mes dégoûts et de l’assurer qu’ils
sont invincibles. Je ne saurois me persuader qu’après cela il veuille
pousser les choses plus loin.

LISETTE.

Mais, Madame, le futur, qu’a-t-il donc de si désagréable, de si rebutant?

SILVIA.

Il me déplaît, vous dis-je, et votre peu de zèle aussi.

LISETTE.

Donnez-vous le temps de voir ce qu’il est: voilà tout ce qu’on vous
demande.

SILVIA.

Je le hais assez sans prendre du temps pour le haïr davantage.

LISETTE.

Son valet, qui fait l’important, ne vous auroit-il point gâté l’esprit sur
son compte?[140]

SILVIA.

Hum! la sotte! son valet a bien affaire ici!

LISETTE.

C’est que je me méfie de lui, car il est raisonneur.

SILVIA.

Finissez vos portraits, on n’en a que faire.[141] J’ai soin que ce valet
me parle peu, et, dans le peu qu’il m’a dit, il ne m’a jamais rien dit que
de très sage.

LISETTE.

Je crois qu’il est homme à vous avoir conté des histoires maladroites pour
faire briller son bel esprit.

SILVIA.

Mon déguisement ne m’expose-t-il pas à m’entendre dire de jolies choses! A
qui en avez-vous? D’où vous vient la manie d’imputer à ce garçon une
répugnance à laquelle il n’a point de part? Car enfin vous m’obligez à le
justifier: il n’est pas question de le brouiller avec son maître, ni d’en
faire un fourbe pour me faire une imbécile, moi qui écoute ses histoires.

LISETTE.

Oh! Madame, dès que vous le défendez sur ce ton-là, et que cela va jusqu’à
vous fâcher, je n’ai plus rien à dire.

SILVIA.

Dès que je le défends sur ce ton-là! Qu’est-ce que c’est que le ton dont
vous dites cela vous-même? Qu’entendez-vous par ce discours? Que se
passe-t-il dans votre esprit?

LISETTE.

Je dis, Madame, que je ne vous ai jamais vue comme vous êtes, et que je ne
conçois rien à votre aigreur. Eh bien! si ce valet n’a rien dit, à la
bonne heure; il ne faut pas vous emporter pour le justifier; je vous
crois, voilà qui est fini; je ne m’oppose pas à la bonne opinion que vous
en avez, moi.

SILVIA.

Voyez-vous le mauvais esprit! comme elle tourne les choses! Je me sens
dans une indignation… qui… va jusqu’aux larmes.

LISETTE,

En quoi donc,[142] Madame? Quelle finesse entendez-vous à ce que je dis?

SILVIA.

Moi, j’y entends finesse! moi, je vous querelle pour lui! j’ai bonne
opinion de lui! Vous me manquez de respect jusque là! Bonne opinion, juste
Ciel! bonne opinion! Que faut-il que je réponde à cela? Qu’est-ce que cela
veut dire? A qui parlez-vous? Qui est-ce qui est à l’abri de ce qui
m’arrive? Où en sommes-nous?

LISETTE.

Je n’en sais rien; mais je ne reviendrai de longtemps de la surprise où
vous me jetez.

SILVIA.

Elle a des façons de parler qui me mettent hors de moi. Retirez-vous, vous
m’êtes insupportable; laissez-moi, je prendrai d’autres mesures.

SCÈNE VIII.

SILVIA.

Je frissonne encore de ce que je lui ai entendu dire. Avec quelle
impudence les domestiques ne nous traitent-ils pas dans leur esprit! Comme
ces gens-là vous dégradent! Je ne saurois m’en remettre; je n’oserois
songer aux termes dont elle s’est servie: ils me font toujours[143] peur.
Il s’agit d’un valet! Ah! l’étrange chose! Écartons l’idée dont cette
insolente est venue me noircir l’imagination.[144] Voici Bourguignon,
voilà cet objet[145] en question pour lequel je m’emporte; mais ce n’est
pas sa faute, le pauvre garçon! et je ne dois pas m’en prendre à lui.

SCÈNE IX.

DORANTE. SILVIA.

DORANTE.

Lisette, quelque éloignement que tu aies pour moi, je suis forcé de te
parler; je crois que j’ai à me plaindre de toi.

SILVIA.

Bourguignon, ne nous tutoyons plus, je t’en prie.

DORANTE.

Comme tu voudras.

SILVIA.

Tu n’en fais pourtant rien.

DORANTE.

Ni toi non plus; tu me dis: «Je t’en prie.»

SILVIA.

C’est que cela m’est échappé.

DORANTE.

Eh bien! crois-moi, parlons comme nous pourrons: ce n’est pas la peine de
nous gêner pour le peu de temps que nous avons à nous voir.

SILVIA.

Est-ce que ton maître s’en va? Il n’y auroit pas grande perte.

DORANTE.

Ni à moi[146] non plus, n’est-il pas vrai? J’achève ta pensée.

SILVIA.

Je l’achèverois bien moi-même, si j’en avois envie; mais je ne songe pas à
toi.

DORANTE.

Et moi, je ne te perds point de vue.

SILVIA.

Tiens, Bourguignon, une bonne fois pour toutes, demeure, va-t-en, reviens,
tout cela doit m’être indifférent, et me l’est en effet: je ne te veux ni
bien ni mal; je ne te hais, ni ne t’aime, ni ne t’aimerai, à moins que
l’esprit ne me tourne, Voilà mes dispositions; ma raison ne m’en permet
point d’autres, et je devrois me dispenser de te le dire.

DORANTE.

Mon malheur est inconcevable: tu m’ôtes peut-être tout le repos de ma vie.

SILVIA.

Quelle fantaisie il s’est allé mettre dans l’esprit! Il me fait de la
peine. Reviens à toi. Tu me parles, je te réponds: c’est beaucoup, c’est
trop même, tu peux m’en croire, et, si tu étois instruit, en vérité, tu
serois content de moi; tu me trouverais d’une bonté sans exemple, d’une
bonté que je blâmerois dans une autre. Je ne me la reproche pourtant pas;
le fond de mon coeur me rassure: ce que je fais est louable, c’est par
générosité que je te parle; mais il ne faut pas que cela dure: ces
générosités-là ne sont bonnes qu’en passant,[147] et je ne suis pas faite
pour me rassurer toujours[148] sur l’innocence de mes intentions. A la
fin, cela ne ressembleroit plus à rien.[149] Ainsi, finissons,
Bourguignon; finissons, je t’en prie. Qu’est-ce que cela signifie? C’est
se moquer. Allons, qu’il n’en soit plus parlé.

DORANTE.

Ah! ma chère Lisette, que je souffre!

SILVIA.

Venons à ce que te voulois me dire. Tu te plaignois de moi quand tu es
entré: de quoi étoit-il question?

DORANTE.

De rien, d’une bagatelle; j’avois envie de te voir, et je crois que je
n’ai pris qu’un prétexte.

SILVIA, _à part_.

Que dire à cela? Quand je m’en fâcherois, il n’en seroit ni plus ni
moins.[150]

DORANTE.

Ta maîtresse, en partant, a paru m’accuser de t’avoir parlé au désavantage
de mon maître.

SILVIA.

Elle se l’imagine, et, si elle t’en parle encore, tu peux le nier
hardiment; je me charge du reste.

DORANTE.

Eh! ce n’est pas cela qui m’occupe.

SILVIA.

Si tu n’as que cela à me dire, nous n’avons plus que faire ensemble.

DORANTE.

Laisse-moi du moins le plaisir de te voir.

SILVIA.

Le beau motif qu’il me fournit là! J’amuserai[151] la passion de
Bourguignon! Le souvenir de tout ceci me fera bien rire un jour.

DORANTE.

Tu me railles, tu as raison: je ne sais ce que je dis ni ce que je te
demande. Adieu.

SILVIA.

Adieu; tu prends le bon parti… Mais, à propos de tes adieux, il me reste
encore une chose à savoir. Vous partez, m’as-tu dit… Cela est-il
sérieux?

DORANTE.

Pour moi, il faut que je parte, ou que la tête me tourne.

SILVIA.

Je ne t’arrêtois pas pour cette réponse-là, par exemple.

DORANTE.

Et je n’ai fait qu’une faute: c’est de n’être pas parti dès que je t’ai
vue.

SILVIA, _à part_.

J’ai besoin à tout moment d’oublier que je l’écoute.

DORANTE.

Si tu savois, Lisette, l’état où je me trouve…

SILVIA.

Oh! il n’est pas si curieux à savoir que le mien, je t’en assure.[152]

DORANTE.

Que peux-tu me reprocher? Je ne me propose pas de te rendre sensible.[153]

SILVIA, _à part_.

I1 ne faudroit pas s’y fier.

DORANTE.

Et que pourrois-je espérer en tâchant de me faire aimer? Hélas! quand même
j’aurois ton coeur.

SILVIA.

Que le Ciel m’en préserve! Quand tu l’aurois, tu ne le saurois pas, et je
ferois si bien que je ne le saurois pas moi-même. Tenez, quelle idée il
lui vient là!

DORANTE.

Il est donc bien vrai que tu ne me hais, ni ne m’aimes, ni ne m’aimeras?

SILVIA.

Sans difficulté.[154]

DORANTE.

Sans difficulté! Qu’ai-je donc de si affreux?

SILVIA.

Rien: ce n’est pas là ce qui te nuit.

DORANTE.

Eh bien! chère Lisette, dis-le moi cent fois, que tu ne m’aimeras point.

SILVIA.

Oh! je te l’ai assez dit! Tâche de me croire.

DORANTE.

Il faut que je le croie! Désespère une passion dangereuse, sauve-moi des
effets que j’en crains; tu ne me hais, ni ne m’aimes, ni ne m’aimeras!
Accable mon coeur de cette certitude-là! J’agis de bonne foi, donne-moi du
secours contre moi-même: il m’est nécessaire, je te le demande à genoux.

(_Il se jette à genoux. Dans ce moment, M. Orgon et Mario entrent, et ne
disent mot_.)

SCÈNE X.

M. ORGON, MARIO, SILVIA, DORANTE.

SILVIA.

Ah! nous y voilà! il ne manquoit plus que cette façon-là[155] à mon
aventure! Que je suis malheureuse! C’est ma facilité qui le place là.
Lève-toi donc, Bourguignon, je t’en conjure: il peut venir quelqu’un. Je
dirai ce qu’il te plaira. Que me veux-tu? Je ne te hais point. Lève-toi;
je t’aimerois si je pouvois; tu ne me déplais point, cela doit te suffire.

DORANTE.

Quoi! Lisette, si je n’étois pas ce que je suis, si j’étois riche, d’une
condition honnête, et que je t’aimasse autant que je t’aime, ton coeur
n’auroit point de répugnance pour moï?

SILVIA.

Assurément.

DORANTE.

Tu ne me haïrois pas? tu me souffrirois?

SILVIA.

Volontiers…. Mais lève-toi.

DORANTE.

Tu parois le dire sérieusement, et, si cela est, ma raison est perdue,

SILVIA.

Je dis ce que tu veux, et tu ne te lèves point!

M. ORGON, _s’approchant_.

C’est bien dommage de vous interrompre: cela, va à merveille, mes enfants;
courage.

SILVIA.

Je ne saurois empêcher ce garçon de se mettre à genoux, Monsieur; je ne
suis pas en état de lui en imposer, je pense?

M. ORGON.

Vous vous convenez parfaitement bien tous deux; mais j’ai à te dire un
mot, Lisette, et vous reprendrez votre conversation quand nous serons
partis. Vous le voulez bien, Bourguignon?

DORANTE.

Je me retire, Monsieur.

M. ORGON.

Allez, et tâchez de parler de votre maître avec un peu plus de ménagement
que vous ne faites.

DORANTE.

Moi, Monsieur?

MARIO.

Vous-même, monsieur Bourguignon; vous ne brillez pas trop dans le
respect[156] que vous avez pour votre maître, dit-on.

DORANTE.

Je ne sais ce qu’on veut dire.

M. ORGON.

Adieu, adieu; vous vous justifierez une autre fois.